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Abszess der Harnblasenwand (ICD‑10 N30.80): Diagnostik‑Algorithmus & Therapie‑Standard
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In diesem Artikel
Übersicht
Ein Abszess der Harnblasenwand ist eine lokalisierte, eitrige Entzündung der Muro‑Bladderis, die meist durch aufsteigende bakterielle Infektionen entsteht. Die Prävalenz ist im Vergleich zu anderen urogenitalen Infektionen gering, tritt jedoch vermehrt bei Patienten mit strukturellen Anomalien, chronischer Harnabflussstörung oder immunologischen Defekten auf. Klinisch relevant ist das Risiko einer Progression zur Perforation, Sepsis und chronischen Blasenfunktionsstörungen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome umfassen suprapubische Schmerzen, Dysurie, häufigen Harndrang sowie fieberhafte Verläufe. Palpatorisch kann ein lokaler Druckschmerz über der Blase festgestellt werden; bei fortgeschrittener Erkrankung können abdominelle Abwehrspannung und Zeichen einer systemischen Entzündungsreaktion auftreten. Der Krankheitsverlauf ist meist subakut, wobei sich Symptome innerhalb von Tagen bis Wochen verschlimmern können.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Vorhofflimmern, Katheterisierung oder anatomische Fehlbildungen. Klinisch wird eine gründliche Palpation des Abdomens durchgeführt. Laborchemisch zeigen sich häufig Leukozytose und erhöhte C‑reaktives Protein im Serum sowie Pyurie und Bakteriurie im Urin. Bildgebend ist die Sonographie der ersten Wahl, da sie einen hypoechoischen, peripheren Blasenwallbereich mit möglicher Flüssigkeitsansammlung darstellt. Bei Unsicherheit oder komplizierten Befunden kann eine Computertomografie mit Kontrastmittel zur besseren Darstellung von Wandabszessen und Nachbarschaftsstrukturen eingesetzt werden. Die Diagnose wird gestellt, wenn klinische Zeichen einer Infektion zusammen mit bildgebenden Befunden eines fokalen Blasenwallabzesses vorliegen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:
- Akute Zystitis ohne Abszessbildung (fehlende lokalisierte Wandverdickung)
- Blasenkrebs, insbesondere papilläre oder kleinzellige Tumoren (morphologische Unterscheidung durch Bildgebung und Zystoskopie)
- Interstitielle Zystitis (chronische Schmerzen ohne eitrige Flüssigkeit)
- Perforierter Harnblasengeschwür (oft mit freier intraperitonealer Luft)
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht aus einer Kombination von chirurgischer Drainage und antibiotischer Behandlung. Bei kleinen, unkomplizierten Abszessen kann eine transurethrale Katheterisierung zur kontinuierlichen Ableitung des Eiters ausreichend sein. Größere oder symptomatische Abszesse erfordern in der Regel eine perkutane oder offene chirurgische Drainage. Die medikamentöse Therapie orientiert sich an den häufigsten Erregern, wobei ein Breitbandantibiotikum wie Amoxicillin als Basis eingesetzt werden kann, sofern keine Resistenz vorliegt. Die Dauer der antibiotischen Behandlung richtet sich nach dem klinischen Ansprechen und wird in der Regel über mehrere Tage bis Wochen fortgeführt.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Weitere ICD‑10‑Codes im selben Kapitelblock sind beispielsweise N30.0 (Akute Zystitis) und N32.9 (Nicht näher bezeichnete sonstige Blasenerkrankungen).
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.