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Acute Panmyelosis mit Myelofibrose (ICD‑10 C94.4): Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
  • Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-033436

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Acute panmyelosis with myelofibrosis (APMF) ist eine seltene, hochaggressive Form einer akuten myeloischen Leukämie, die durch eine simultane Proliferation aller myeloischen Zelllinien und ausgeprägte Knochenmarkfibrose gekennzeichnet ist. Die Inzidenz liegt im Bereich von wenigen Fällen pro Jahr weltweit; in europäischen Registern wird sie als extrem selten klassifiziert. Klinisch ist APMF relevant, weil die Prognose trotz intensiver Therapie sehr ungünstig ist und eine rasche Diagnosestellung sowie sofortige Einleitung einer geeigneten Behandlung erforderlich macht.

Klinisches Erscheinungsbild

Patient*innen präsentieren sich häufig mit unspezifischen Symptomen einer aplastischen Phase: Fatigue, Fieber, Nachtschweiß und Infektanfälligkeit. Hämatologische Befunde zeigen pancytopenische Werte (Anämie, Neutropenie, Thrombozytopenie). Zusätzlich können splenomegalie oder hepatische Vergrößerung auftreten, bedingt durch extramedulläre Hämatopoese. Der Krankheitsverlauf ist in der Regel fulminant; innerhalb weniger Wochen kann sich eine schwere Knochenmarkinsuffizienz mit lebensbedrohlichen Blutungs- und Infektionskomplikationen entwickeln.

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf einer Kombination aus klinischer Anamnese, körperlicher Untersuchung und spezifischen Laborbefunden. Das periphere Blutbild zeigt pancytopenische Werte ohne eindeutige Leukozytose. Die Knochenmarkbiopsie ist entscheidend: Sie offenbart eine hyperzelluläre Marrow mit proliferierenden myeloischen Vorläuferzellen, gleichzeitig jedoch eine ausgeprägte retikuläre Fibrose, die das klassische Bild von APMF darstellt. Immunphänotypische Analysen zeigen häufig eine Expression von Myeloperoxidase und CD33, während Lymphozytenmarker fehlen. Zytogenetische Untersuchungen können komplexe Aberrationen aufweisen, jedoch gibt es keinen pathognomonischen Chromosomenaberrationskomplex. Die Diagnosekriterien umfassen die Kombination aus akuter myeloischer Proliferation, Pancytopenie und markanter Knochenmarkfibrose.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Erkrankungen sind:

  • Akute myeloblastische Leukämie (AML) ohne Fibrose – unterscheidet sich durch fehlende retikuläre Fibrose im Marrow.
  • Myelodysplastisches Syndrom mit Fibrose (MDS‑F) – zeigt meist weniger ausgeprägte Proliferation und ein langsameres klinisches Fortschreiten.
  • Primäre myelofibrotische Neoplasie (PMF) in akuter Phase – ist durch eine länger bestehende Myeloproliferationsphase gekennzeichnet, während APMF de novo auftritt.
  • Andere akute Leukämien mit sekundärer Fibrose, z. B. nach Chemotherapie, die jedoch einen klaren Vorgeschichte haben.

Therapie

Die therapeutische Strategie orientiert sich an leitliniengerechten Konzepten für hochaggressive akute myeloische Erkrankungen. In der Regel wird eine sofortige Induktionstherapie mit einer kombinierten Chemotherapie eingeleitet, gefolgt von einer Konsolidierung, die häufig eine allogene Stammzelltransplantation einschließt, sofern ein geeigneter Spender verfügbar ist und der klinische Zustand dies zulässt. Aufgrund der ausgeprägten Fibrose kann das Knochenmark jedoch schwer zu erreichen sein, was die Wirksamkeit konventioneller Chemotherapie einschränken kann. In Einzelfällen werden experimentelle Ansätze diskutiert, deren Evidenzlage jedoch begrenzt bleibt.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Benachbarte ICD‑10‑Codes im selben Block werden hier separat erfasst.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.