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Adenosindesaminase‑Mangel (ADA‑Defizienz) – Diagnostik, Differenzialdiagnose & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Übersichtsarbeit: 1
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3
Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.
In diesem Artikel
Übersicht
Adenosindesaminase‑Mangel (ADA‑Defizienz) ist eine seltene autosomal rezessive Erkrankung, die zu einer schweren kombinierten Immundefizienz (SCID) führt. Die Prävalenz liegt im Bereich von wenigen Fällen pro 100 000 Lebendgeburten; genaue Zahlen variieren aufgrund unterschiedlicher Screening‑Strategien. Der enzymatische Defekt verhindert den Abbau von Adenosin und Deoxyadenosin, was zu toxischen Metaboliten in Lymphozyten führt und deren Entwicklung stark beeinträchtigt. Klinisch ist die ADA‑Defizienz eine der häufigsten monogenetischen Ursachen für SCID und stellt ein lebensbedrohliches Risiko für schwere Infektionen sowie opportunistische Pilzinfektionen dar.
Klinisches Erscheinungsbild
Betroffene zeigen bereits im Säuglingsalter wiederkehrende, schwer verlaufende bakterielle, virale und pilzliche Infektionen. Typisch sind Pneumonien, Diarrhöen und chronische Atemwegsinfekte. Aufgrund der gestörten Lymphozytendifferenzierung kommt es zu fehlenden T‑Zell‑ und B‑Zell‑Funktionen, was sich in persistierenden kutanen Läsionen, wiederholten Herpes‑ oder Cytomegalovirus‑Reaktivierungen sowie opportunistischen Pilzinfektionen wie invasiver Aspergillose äußern kann. Der Krankheitsverlauf ist progressiv; ohne Therapie führt die Immundefizienz innerhalb des ersten Lebensjahres häufig zum Tod.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf wiederholte schwere Infekte, familiäre Fälle von SCID und mögliche Konsanguinität der Eltern. Klinisch wird eine lymphopenische Blutbildkonstellation mit stark reduzierten CD3‑positiven T‑Zellen, niedrigen NK‑Zellen sowie fehlenden oder funktionsgestörten B‑Zellen erwartet. Der entscheidende Labortest ist die Bestimmung der ADA‑Enzymaktivität im Serum bzw. in Peripherieblut; Werte unter dem altersabhängigen Referenzbereich bestätigen den Verdacht. Moderne Methoden basieren auf HPLC‑Messungen, die eine präzise Quantifizierung ermöglichen und bereits in Neugeborenen‑Screenings eingesetzt werden können. Genetische Bestätigung erfolgt durch Nachweis biallelärer Mutationen im ADA‑Gen mittels Sequenzierung.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere Formen der SCID, insbesondere RAG1/2‑Defekte, X‑linked γ‑Ketten‑Mangel und Jak3‑Mutationen. Auch sekundäre Immundefizienzen durch medikamentöse Immunosuppression oder HIV‑Infektion müssen ausgeschlossen werden. Die Kombination aus stark reduzierter ADA‑Aktivität und dem typischen Lymphopenie‑Profil unterscheidet die ADA‑Defizienz von diesen Entitäten.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie besteht zunächst aus einer intensiven antimikrobiellen Prophylaxe, um akute Infektionen zu kontrollieren. Definitiv wird eine kurative Behandlung angestrebt, die entweder eine hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) von einem HLA‑kompatiblen Spender oder eine Enzymersatztherapie (ERT) mit rekombinantem ADA beinhaltet. Bei geeigneten Patienten kann zudem eine Gentherapie mit autologem, retroviraler Vektor‑vermittelter ADA‑Genintegration eingesetzt werden. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach dem klinischen Zustand, dem Vorhandensein eines Spenders und institutionellen Ressourcen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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