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Akne (L70.9) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Stufe 2)
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In diesem Artikel
Übersicht
Akne ist eine häufige entzündliche Hauterkrankung, die vor allem in der Pubertät auftritt, aber auch Erwachsene betreffen kann. Die Prävalenz liegt weltweit im einstelligen Prozentbereich; sie stellt einen bedeutenden Grund für dermatologische Konsultationen dar und kann zu psychischen Belastungen führen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind Komedonen (offene und geschlossene), Papeln, Pusteln sowie entzündliche Knoten und Zysten. Der Krankheitsverlauf ist häufig schubweise, wobei hormonelle Schwankungen und äußere Faktoren wie Reibung oder kosmetische Produkte die Aktivität beeinflussen können.
Diagnostik
Die Diagnose beruht primär auf Anamnese und klinischer Untersuchung. Wichtige anamnestische Punkte sind das Auftreten in der Pubertät, familiäre Vorbelastung, Medikamentenanamnese sowie mögliche Auslöser (z. B. Ernährung, Stress). Die körperliche Untersuchung fokussiert die Lokalisation (typisch Gesicht, Brust, Rücken) und den Schweregrad der Läsionen. Labor- oder apparative Untersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich, können jedoch bei Verdacht auf hormonelle Störungen oder seltene sekundäre Ursachen indiziert sein.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen Rosazea (vor allem papulopustulöse Formen), Periorale Dermatitis, Follikulitis, seborrhoische Dermatitis sowie kutane Manifestationen systemischer Erkrankungen. Die Unterscheidung erfolgt anhand der Läsionsmorphologie, Lokalisation und Begleitsymptomen wie Erythem oder Telangiektasien.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie orientiert sich am Schweregrad. Bei leichter Akne wird häufig eine topische Therapie mit antimikrobiellen, keratolytischen oder entzündungshemmenden Wirkungen empfohlen. Moderat bis schwere Formen erfordern zusätzlich systemische Optionen, die entzündungshemmend und/oder antiandrogen wirksam sind. Die Wahl der Therapie richtet sich nach individueller Verträglichkeit, Kontraindikationen und Patientenpräferenzen.
Besondere Populationen
Schwangere Frauen benötigen eine besonders vorsichtige Auswahl von Medikamenten; viele orale Retinoide und bestimmte Antibiotika sind kontraindiziert. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Verträglichkeit von systemischen Therapien sorgfältig zu prüfen, da Wachstums- und Entwicklungsaspekte berücksichtigt werden müssen. Ältere Patienten können aufgrund von Komorbiditäten und polypharmazeutischer Therapie ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen haben.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Seltene Konstellationen wie hormonell induzierte Akne bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom oder medikamenteninduzierte Formen (z. B. durch Kortikosteroide) erfordern eine spezifische Diagnostik und ggf. eine gezielte Therapie. Aktuelle Studien untersuchen zunehmend die Rolle von Mikrobiom-Modulation und neuen topischen Wirkstoffen, jedoch fehlt bislang ein konsistenter Evidenzstand für deren routinemäßige Anwendung.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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