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Akute Appendizitis (K35.8): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Akute Appendizitis ist eine plötzlich auftretende Entzündung des Wurmfortsatzes, die weltweit zu den häufigsten chirurgischen Notfällen im abdominalen Bereich zählt. Die Inzidenz liegt bei etwa 7‑9 % der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens, mit einem Höhepunkt im jungen Erwachsenenalter. Klinisch relevant ist das Risiko einer Perforation und sekundären Abszessbildung, was die rasche Diagnosestellung und Therapie entscheidend macht.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind ein zunächst periumbilikaler Schmerz, der sich innerhalb von wenigen Stunden in den rechten Unterbauch verlagert, begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Auf die klinische Untersuchung folgt häufig eine lokale Druckschmerzempfindlichkeit (Blumberg‑Zeichen) sowie Abwehrspannung. Der Krankheitsverlauf kann schnell zu einer Verschlechterung führen, wobei Fieber und Zeichen einer systemischen Entzündungsreaktion auftreten können.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf den zeitlichen Verlauf des Schmerzes, begleitende gastrointestinale Symptome und mögliche Risikofaktoren für eine komplikative Appendizitis. Die körperliche Untersuchung prüft typische Befunde wie Druckschmerz im rechten Unterbauch und Abwehrspannung. Laborchemisch werden Entzündungsparameter (Leukozytenzahl, C‑reaktives Protein) erhoben; aktuelle Daten zeigen jedoch, dass einzelne Biomarker allein nur begrenzte Aussagekraft besitzen. Bildgebend wird primär eine Sonografie eingesetzt, insbesondere bei pädiatrischen Patienten, während die Computertomographie als ergänzendes Verfahren bei unklaren Befunden dient. Die Diagnosekriterien beruhen auf der Kombination klinischer Zeichen, Laborparameter und bildgebender Ergebnisse.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen gastrointestinale Infektionen (z. B. Yersiniose), entzündliche Darmerkrankungen, Meckel‑Divertikulitis, gynäkologische Ursachen wie Ovarialtorsion oder Eileiterschwangerschaft sowie urologische Pathologien wie Nierensteine. Die Unterscheidungsmerkmale liegen in der Lokalisation des Schmerzes, spezifischen Laborbefunden und bildgebenden Charakteristika.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht aus einer frühen operativen Appendektomie, die sowohl laparoskopisch als auch offen durchgeführt werden kann. Für unkomplizierte Fälle gibt es Evidenz, dass eine antibiotikatherapeutische Behandlung allein eine Alternative darstellen kann; aktuelle Studien belegen, dass ein gezielter Antibiotikaeinsatz bei ausgewählten Patienten zu ähnlichen klinischen Ergebnissen führt wie die chirurgische Therapie. Die medikamentöse Standardtherapie orientiert sich an einer breiten antimikrobiellen Abdeckung, wobei die Wahl des Präparats und die Therapiedauer anhand lokaler Resistenzlagen und individueller Patientenkriterien angepasst werden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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