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Akute Gingivitis (K05.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnose & Therapie-Standard

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Akute Gingivitis bezeichnet eine plötzlich auftretende Entzündung des marginalen Zahnfleischs, die sich durch Rötung, Schwellung und Blutungsneigung äußert. Epidemiologisch ist sie häufig bei jungen Erwachsenen, insbesondere bei schlechten oralen Hygienebedingungen und Stress, zu beobachten. Klinisch relevant ist die mögliche Progression zur nekrotisierenden ulcerativen Gingivitis (ANUG) oder weiterführenden parodontalen Erkrankungen, wenn keine adäquate Therapie erfolgt.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome einer akuten Gingivitis umfassen diffuse Rötung und Schwellung des Zahnfleischrandes, leichte bis ausgeprägte Blutungsneigung bei leichtem Druck sowie ein unangenehmes Mundgeruch. In der akuten Form ohne Nekrose bleibt das Zahnfleisch meist intakt; bei ANUG kann es zu ulcerativen Läsionen mit graßigem Belag und schmerzhaften Spalten kommen. Der Verlauf ist in der Regel schnell, wobei sich die Symptome innerhalb weniger Tage nach Auslösung durch Plaqueansammlung, Rauchen oder immunmodulierende Faktoren verschlimmern können.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf kürzlich aufgetretene Mundschmerzen, Veränderungen der Mundhygiene, Stresssituationen und systemische Risikofaktoren. Klinisch erfolgt die Inspektion des Zahnfleischrandes mit Beurteilung von Rötung, Schwellung, Blutungsneigung und ggf. ulcerativen Läsionen. Mikroskopische Untersuchungen zeigen bei akuter Gingivitis ein überwiegend neutrophiles Infiltrat; bei ANUG finden sich charakteristische nekrotisierende Prozesse und polymorphonukleäre Zellinfiltrate. Labor- oder bildgebende Verfahren sind in der Regel nicht erforderlich, können jedoch zur Abgrenzung systemischer Erkrankungen herangezogen werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Chronische Gingivitis, die meist weniger ausgeprägt und länger bestehend ist.
  • Parodontitis, bei der neben dem Zahnfleisch auch das Alveolarknochengewebe betroffen ist.
  • Herpes‑simplex‑Verschleimung des Zahnfleisches, gekennzeichnet durch vesikuläre Läsionen.
  • Medikamenteninduzierte Gingivitis, die mit spezifischen Pharmaka assoziiert sein kann.

Die Unterscheidungsmerkmale liegen in der Dauer, dem Ausmaß der Gewebezerstörung und den begleitenden klinischen Befunden.

Therapie

Eine leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem Vorhandensein einer rein akuten Gingivitis oder einer nekrotisierenden Form. Grundsätzlich wird eine gründliche mechanische Plaque‑Entfernung durch professionelle Zahnreinigung empfohlen, kombiniert mit verbesserter häuslicher Mundhygiene. Bei ANUG ist zusätzlich eine antimikrobielle Therapie indiziert, um die polymikrobielle Besiedlung zu reduzieren; diese erfolgt in Form einer systemischen oder topischen Behandlung nach aktuellem Standard. Schmerzmanagement und ggf. supportive Maßnahmen wie Spülungen mit antiseptischer Lösung können ergänzend eingesetzt werden.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.