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Akute Perikarditis – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 2
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In diesem Artikel
Übersicht
Akute Perikarditis ist eine plötzlich auftretende Entzündung des Perikards, die typischerweise durch thorakale Schmerzen und ein perikardiales Reibegeräusch gekennzeichnet ist. Sie gehört zu den häufigsten nicht‑kardialen Ursachen von Brustschmerzen in der Notfall- und Hausarztpraxis. Die Inzidenz liegt im europäischen Kontext bei etwa 0,1 % der stationär behandelten Patienten; das Krankheitsbild ist jedoch altersunabhängig und kann sowohl gesunde junge Erwachsene als auch ältere Patienten betreffen. Trotz meist selbstlimitierendem Verlauf besteht ein relevantes Risiko für Komplikationen wie Perikarderguss, Tamponade oder die Entwicklung einer chronisch‑kontraktiven Perikarditis, weshalb eine strukturierte Diagnostik und Therapie erforderlich ist.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind plötzlich einsetzende, stechende Brustschmerzen, die häufig im Liegen verstärkt und beim Vorbeugen oder Sitzen nach vorne gelindert werden. Das charakteristische perikardiale Reibegeräusch ist bei der Auskultation meist präsent, kann jedoch in frühen Phasen fehlen. Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl und gelegentlich pleurale Schmerzen treten ebenfalls auf. Der klinische Verlauf verläuft in den meisten Fällen innerhalb von wenigen Tagen bis zu einer Woche mit abnehmender Schmerzintensität; ein rezidivierendes oder persistierendes Beschwerdebild sollte jedoch prompt weiter abgeklärt werden.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert die typische Schmerzcharakteristik, mögliche auslösende Infektionen (z. B. virale Atemwegsinfekte) und Risikofaktoren für autoimmune Prozesse. Die körperliche Untersuchung beinhaltet das Abhören nach einem perikardialen Reibegeräusch sowie die Beurteilung von Vitalparametern auf Anzeichen einer Tamponade (z. B. Pulsus paradoxus). Laborchemisch werden Entzündungsmarker wie C‑reaktives Protein und Blutsenkungsgeschwindigkeit häufig erhöht, während das Troponin im Allgemeinen unauffällig bleibt – ein erhöhter Troponinspiegel kann jedoch auf eine begleitende Myokarditis hinweisen. Bildgebend liefert das transthorakale Echokardiogramm zunächst den Nachweis eines perikardialen Ergusses und schließt kardiale Komplikationen aus; bei Unsicherheit oder atypischem Befund kann die Magnetresonanztomographie zur Darstellung von Perikardverdickungen und Entzündungszeichen herangezogen werden. Die Diagnose wird gestellt, wenn mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sind: typische Thoraxschmerzen, perikardiales Reibegeräusch, neue oder sich verändernde ST‑Hebungen in mehreren Ableitungen sowie ein erhöhter Entzündungsparameter.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen Myokarditis (bei fehlendem Reibegeräusch und erhöhtem Troponin), akutes Koronarsyndrom (typische ST‑Segmentveränderungen, kardiale Enzyme), Lungenembolie (plötzlicher Atemnotbeginn, rechtsventrikuläre Belastungszeichen) sowie pleurale Prozesse wie Pleuritis (lokalisierter Schmerz bei Atmung). Das Vorhandensein eines perikardialen Reibegeräusches und die charakteristische Schmerzverbesserung beim Vorbeugen helfen, die akute Perikarditis von diesen Zuständen zu unterscheiden.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht aus einer initialen antiinflammatorischen Behandlung, wobei nicht‑steroidale Antirheumatika (NSAR) als First‑Line‑Medikament eingesetzt werden. Bei Unverträglichkeit oder fehlender Ansprechrate wird ein Colchicin‑Regime empfohlen, das die Rezidivrate senken kann. Die Therapiedauer richtet sich nach dem klinischen Ansprechen und sollte mindestens zwei Wochen über das Abklingen der Symptome hinaus fortgeführt werden. Bei persistierenden Beschwerden trotz adäquater NSAR‑Therapie oder bei Auftreten von Komplikationen (z. B. signifikanter Erguss, Tamponade) ist die Zugabe eines Kortikosteroids in niedriger Dosis indiziert. Patienten mit wiederholten Rezidiven erhalten häufig eine kombinierte Therapie aus NSAR und Colchicin über einen verlängerten Zeitraum. Eine engmaschige klinische Kontrolle sowie Wiederholung der Echokardiographie bei Verdacht auf Ergussbildung sind integraler Bestandteil des Managements.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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