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Akuter Myokardinfarkt (I21.9): Diagnostik‑Algorithmus, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Sonstige Quelle
  • Sonstige Quelle: 1

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Der akute Myokardinfarkt (AMI) ist eine plötzlich auftretende myokardiale Nekrose infolge einer kritischen Minderdurchblutung des Herzmuskels. Er stellt weltweit eine der häufigsten Ursachen für Mortalität und Morbidität im Erwachsenenalter dar. Epidemiologisch liegt die Inzidenz in industrialisierten Ländern bei etwa 150–200 Fällen pro 100 000 Einwohner pro Jahr, wobei das Risiko mit steigendem Alter, männlichem Geschlecht und Vorhandensein von kardiovaskulären Risikofaktoren wie Hypertonie, Diabetes mellitus oder Rauchen zunimmt. Der AMI ist klinisch relevant, weil er ohne rasche Wiederherstellung der Koronardurchblutung zu ausgedehnter Myokardschädigung, Herzinsuffizienz und tödlichem Ausgang führen kann.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome eines akuten Myokardinfarkts sind ein plötzlich auftretender, drückender Brustschmerz, der häufig in den linken Arm, den Rücken oder die Kieferregion ausstrahlt. Der Schmerz ist meist länger als 20 Minuten anhaltend und wird nicht durch Ruhe oder Nitroglycerin vollständig gelindert. Begleitende Beschwerden können Dyspnoe, Übelkeit, Schwitzen und Angstzustände sein. Im klinischen Verlauf kann ein ST‑Segment-Hebungsinfarkt (STEMI) mit charakteristischen Veränderungen im 12‑Kanal-EKG auftreten, während bei Nicht-ST‑Hebungsinfarkten (NSTEMI) die EKG-Veränderungen subtiler sind und häufig Troponin‑Erhöhungen dominieren.

Diagnostik

Die Diagnose eines akuten Myokardinfarkts basiert auf einer Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung, elektrokardiographischen Befunden und kardialen Biomarkern. Ein plötzlich einsetzender, drückender Brustschmerz in Verbindung mit neuen ST‑Segment-Hebungen oder pathologischen Q-Wellen im EKG ist ein starkes Indiz für einen STEMI. Bei Verdacht auf NSTEMI sind erhöhte Troponin‑werte entscheidend; diese sollten mindestens zweimal im Abstand von 3–6 Stunden gemessen werden, um eine dynamische Veränderung nachzuweisen. Bildgebende Verfahren wie die Koronarangiographie dienen zur Bestätigung der koronararteriellen Obstruktion und zur Planung einer reperfusionsbezogenen Therapie.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute Perikarditis (typisch diffuse ST‑Segment-Erhebungen ohne reciproken Veränderungen), Lungenembolie (plötzliche Dyspnoe, rechtsventrikuläre Belastungszeichen im EKG), Aortendissektion (scharfer Rücken- oder Brustschmerz mit möglichen Blutdruckunterschieden zwischen den Armen) und gastroösophagealer Reflux (Schmerzen, die sich nach dem Essen verstärken). Die Unterscheidung erfolgt durch gezielte Anamnese, spezifische EKG-Merkmale und ergänzende bildgebende Verfahren wie CT-Angiographie oder transthorakale Echokardiografie.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie eines akuten Myokardinfarkts umfasst eine sofortige antithrombotische Behandlung, die sowohl Thrombozytenaggregationshemmer als auch Antikoagulanzien einschließt. Acetylsalicylsäure wird unverzüglich nach Diagnosestellung intravenös oder perorally verabreicht, um die Plateletaggregation zu hemmen. Zusätzlich wird eine weiterführende duale antithrombotische Therapie mit einem P2Y12‑Inhibitor empfohlen. Für STEMI-Patienten ist eine rasche reperfusive Maßnahme – primäre perkutane Koronarintervention (PCI) oder, wenn nicht verfügbar, Thrombolyse – zwingend erforderlich. Bei NSTEMI wird ebenfalls eine antithrombotische Grundtherapie eingesetzt, wobei die Entscheidung für ein invasives Vorgehen anhand des Risikoprofils (z. B. GRACE-Score) getroffen wird.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.