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Akuter transmuraler Myokardinfarkt der Hinterwand – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie-Standard

Stärkste Quellenart: Sonstige Quelle
  • Sonstige Quelle: 1

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Ein akuter transmuraler Myokardinfarkt der Hinterwand (MI‑H) ist ein plötzlich auftretender, vollständig durch die Koronararterie bedingter Nekrosebereich des linken Ventrikels, der die gesamte Wanddicke betrifft und sich primär im posterioren Myokard manifestiert. Epidemiologisch macht die hintere Infarktlokalisation etwa 15 % aller ST‑Segment‑Elevation‑Myokardinfarkte (STEMI) aus; sie ist häufiger bei Patienten mit dominanter rechtskoronarer Versorgung. Die klinische Relevanz liegt in der höheren Inzidenz von Komplikationen wie Papillarmuskelruptur, Herzinsuffizienz und ventrikulären Rhythmusstörungen im Vergleich zu anterioren Infarkten.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch ist ein plötzliches, drückendes Brustschmerzsyndrom, das häufig in den linken Rücken oder die Schulter ausstrahlt. Bei einer hinterwandseitigen Ischämie kann der Schmerz atypisch sein und vermehrt im Oberbauch oder im Nacken wahrgenommen werden. Im EKG zeigen sich ST‑Segment‑Erhebungen in den posterioren Ableitungen (V7–V9) bzw. reciprocal changes in den anterioren Ableitungen (V1–V3). Häufige Begleitbefunde sind Bradykardie, AV-Block und ventrikuläre Extrasystolen; ein kardiogener Schock tritt besonders bei großflächigem Infarkt auf.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert die zeitliche Entwicklung des Brustschmerzes, Risikofaktoren für Koronararterienerkrankungen und mögliche Auslöser. Die körperliche Untersuchung kann Zeichen einer kardiogenen Dekompensation (z. B. Jugularvenenstauung, periphere Ödeme) zeigen. Laborchemisch ist ein rascher Anstieg kardialer Troponine sowie CK‑MB charakteristisch; die kinetische Entwicklung unterstützt die Diagnose eines akuten Infarkts. Bildgebend wird das 12‑Kanal‑EKG mit zusätzlichen posterioren Ableitungen empfohlen, um ST‑Segment‑Erhebungen zu erfassen. Echokardiographie dient zur Beurteilung der Wandbewegungsstörung und zur Früherkennung von Komplikationen wie Papillarmuskelruptur. Koronarangiografie ist Goldstandard für die definitive Diagnosestellung und therapeutische Planung.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Erkrankungen sind:

  • Akuter perikardialer Schmerz – typischerweise mit perikardialem Reibungsgeräusch und breitem ST‑Segment‑Anstieg in allen Ableitungen.
  • Lungenembolie – plötzlich einsetzende Dyspnoe, pleurale Schmerzen, häufig rechtsseitige Belastungsdyspnoe, CT‑Angiographie als Diagnostikum.
  • Aortendissektion – scharfer, reißender Schmerz, oft mit neurologischen Defiziten; bildgebende Bestätigung durch CTA oder MRA.
  • Nicht‑ST‑Segment‑Elevation‑Myokardinfarkt (NSTEMI) – Troponinanstieg ohne persistente ST‑Segment‑Erhebung, differenziert sich über das EKG.

Therapie

Die initiale Therapie folgt dem Prinzip der schnellen Reperfusionsbehandlung kombiniert mit medikamentöser Standardtherapie. Bei bestätigtem STEMI der Hinterwand wird eine primäre perkutane Koronarintervention (PCI) innerhalb von 120 Minuten nach Erstkontakt angestrebt, um die Myokardnekrose zu begrenzen. Bei fehlender PCI‑Möglichkeit ist eine fibrinolytische Therapie indiziert, sofern keine Kontraindikationen bestehen. Die medikamentöse Grundtherapie umfasst eine duale Antithrombozytenhemmung mit Acetylsalicylsäure und einem P2Y12‑Inhibitor sowie Antikoagulation während des Eingriffs. Zusätzlich wird ein Betablocker, ein ACE‑Hemmer bzw. Angiotensin‑Rezeptorblocker und ein Statin frühzeitig initiiert, um die kardiovaskuläre Belastung zu reduzieren und das Remodeling zu verhindern.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.