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Akutes Koronarsyndrom (ICD‑10 I20.0): Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 5
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In diesem Artikel
Übersicht
Das akute Koronarsyndrom (ACS) umfasst klinische Präsentationen, die durch eine plötzlich auftretende Myokardischämie bedingt sind und von instabiler Angina pectoris bis zum ST‑Strecken‑Hebungsinfarkt reichen. Epidemiologisch stellt ACS weltweit eine der häufigsten Ursachen für Mortalität und Morbidität dar; in Deutschland führen kardiovaskuläre Ereignisse jährlich zu mehreren hunderttausend Hospitalisationen. Die rasche Erkennung und Therapie sind entscheidend, um Myokardschäden zu begrenzen und die langfristige Prognose zu verbessern.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome des ACS sind plötzlich auftretende Brustschmerzen, die als drückend, beklemmend oder brennend beschrieben werden und häufig in den linken Arm, den Rücken oder den Kiefer ausstrahlen. Begleitende Beschwerden können Dyspnoe, Übelkeit, Schweißausbrüche und Angstzustände sein. Im EKG kann ein ST‑Segment-Hebungsinfarkt durch persistente ST‑Hebungen gekennzeichnet sein, während bei nicht-ST‑Hebungs-Infarkten oder instabiler Angina häufig ST‑Depressionen, T‑Wellen-Inversionen oder unspezifische Veränderungen zu sehen sind. Der klinische Verlauf reicht von vorübergehender Symptomatik bis hin zu schwerem kardiovaskulärem Schock.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Schmerzcharakteristik, Risikofaktoren (wie Hypertonie, Diabetes, Rauchen) und vorherige kardiale Ereignisse. Die körperliche Untersuchung kann Hinweise auf Herzinsuffizienz oder kardiogenen Schock geben. Laboruntersuchungen umfassen hochsensitive Troponin‑Messungen zur Identifikation myokardialer Nekrose sowie weitere Marker wie CK‑MB. Bildgebend wird das 12‑Kanal‑EKG unmittelbar nach Präsentation durchgeführt; wiederholte Aufnahmen können dynamische Veränderungen aufdecken. Bei unklaren Befunden oder Bedarf an anatomischer Darstellung erfolgt eine Koronarangiographie, die sowohl Diagnose als auch therapeutische Optionen (z. B. Revaskularisation) ermöglicht.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind das Takotsubo‑Syndrom, welches klinisch einem ACS ähneln kann, jedoch typischerweise keine koronare Obstruktion aufweist und häufig bei postmenopausalen Frauen vorkommt. Andere Differenzialdiagnosen umfassen Lungenembolie, Aortendissektion, Perikarditis sowie nichtkardiogene Brustschmerzen (z. B. gastroösophagealer Reflux). Das EKG‑Muster und die kardialen Biomarker helfen, diese Zustände zu differenzieren.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie des ACS richtet sich nach dem klinischen Bild (ST‑Hebungs- vs. Nicht‑ST‑Hebungs-Infarkt) und umfasst sofortige antithrombotische Maßnahmen, Sauerstoffgabe bei Hypoxie, Schmerztherapie sowie die rasche Wiederherstellung der Koronarperfusion. Bei ST‑Strecken‑Hebungsinfarkt wird eine primäre Revaskularisation per perkutaner Koronarintervention (PCI) bevorzugt; alternativ kann eine Thrombolyse in Betracht gezogen werden, wenn PCI nicht zeitnah verfügbar ist. Die medikamentöse Standardtherapie beinhaltet Antiplatelet‑Therapien, Antikoagulanzien, Betablocker, ACE-Hemmer und Statine, wobei die Auswahl individuell an Risikoprofil und Kontraindikationen angepasst wird.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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