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Alopecia totalis (L63.0): Diagnostik‑Algorithmus, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard
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In diesem Artikel
Übersicht
Alopecia totalis bezeichnet das vollständige Ausfallen der Kopfhaare bei Patienten mit Alopecia areata. Die Prävalenz liegt im Bereich von wenigen Promille der Allgemeinbevölkerung, wobei ein höheres Auftreten bei jüngeren Erwachsenen und einer leichten weiblichen Präferenz beobachtet wird. Trotz ihres meist gutartigen Verlaufs kann die Erkrankung erhebliche psychische Belastungen verursachen und erfordert eine gezielte dermatologische sowie psychosoziale Betreuung.
Klinisches Erscheinungsbild
Der Krankheitsbeginn ist häufig abrupt, mit einem plötzlich auftretenden, symmetrischen Haarausfall am gesamten Kopf. Der Haarfollikel bleibt erhalten, sodass die Hautoberfläche glatt erscheint, jedoch ohne entzündliche Veränderungen oder Narbenbildung. In vielen Fällen folgt ein Verlauf mit wechselnden Phasen von Remission und Rezidiv; etwa ein Drittel der Betroffenen entwickelt im weiteren Krankheitsverlauf eine Ausweitung auf den gesamten Körper (Alopecia universalis). Begleitende Autoimmunerkrankungen, insbesondere Schilddrüsenerkrankungen und Vitiligo, kommen häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich primär auf die Anamnese und das klinische Bild. Typisch ist ein plötzliches, komplettes Kopfhaarverlust ohne Narbenbildung. Dermatoskopie kann typische „exclamation mark“-Haarfollikel zeigen, was die Unterscheidung zu anderen Alopezieformen erleichtert. Laboruntersuchungen dienen der Ausschlussdiagnostik und zum Screening für assoziierte Autoimmunerkrankungen (z. B. Schilddrüsenfunktionstests, Antinukleäre Antikörper). Eine Biopsie wird selten benötigt, kann jedoch bei unklaren Befunden durchgeführt werden, um entzündliche oder fibrosierende Prozesse auszuschließen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Androgenetische Alopezie: meist schrittweiser Haarausfall mit charakteristischem Muster (frontal-temporale Ausdünnung) und häufigem Nachweis von Miniaturisierung der Haarfollikel.
- Telogenes Effluvium: diffus, nicht symmetrisch und oft nach physischem oder psychischem Stress ausgelöst; Regeneration erfolgt innerhalb weniger Monate.
- Narbenbildende Alopezien (z. B. Lupus erythematodes, Lichen planopilaris): zeigen entzündliche Veränderungen, Sklerose der Haarfollikel und irreversible Haarausfallbereiche.
- Trichotillomanie: unregelmäßiger Haarausfall mit variabler Haarlänge und typischen Zeichen von Zugschäden.
Therapie
Die therapeutische Strategie orientiert sich an den aktuellen Konsensempfehlungen für schwere Formen der Alopecia areata. Systemische Immunsuppressiva werden bei Alopecia totalis als Leitlinienstandard empfohlen, wobei die Auswahl des Wirkstoffs individuell nach Verträglichkeit und Begleiterkrankungen erfolgt. Januskinase‑Inhibitoren haben in neueren Studien eine signifikante Wirksamkeit gezeigt und gelten inzwischen als wichtige Option für therapieresistente Fälle. Topische Kortikosteroide oder intralesionale Injektionen können ergänzend eingesetzt werden, insbesondere bei partiellen Remissionen. Ein interdisziplinäres Management, das dermatologische Therapie mit psychosozialer Unterstützung kombiniert, wird empfohlen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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