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Angeborene hypertrophe Pylorusstenose (Q40.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 5
  • Sonstige Quelle: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-026129

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die angeborene hypertrophe Pylorusstenose (HPSt) ist eine häufige Ursache für Erbrechen im Säuglingsalter und führt zu einer funktionellen Obstruktion des Magens durch muskuläre Hypertrophie des pylorischen Kanals. Sie tritt primär in den ersten Lebenswochen bis -monaten auf, wobei ein leichtes männliches Übergewicht besteht. Die Erkrankung ist klinisch relevant, weil sie unbehandelt zu schwerer Dehydratation, Elektrolytstörungen und potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind projektives Erbrechen nach den Mahlzeiten, das zunächst milde und später stark wird, sowie ein sichtbarer „Olga‑Zeichen“ (palpabler, verdickter Pylorus). Die betroffenen Säuglinge zeigen häufig Gewichtszunahmeverlust, Dehydratation und alkalische Stoffwechselstörung. Der Verlauf ist charakteristisch: nach einer symptomfreien Latenzphase folgt eine rasche Verschlechterung, die meist innerhalb weniger Tage zu klinischer Instabilität führt, wenn keine Therapie eingeleitet wird.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf das zeitliche Auftreten des Erbrechens, dessen projektiven Charakter und das Fehlen von Blut im Erbrochenen. Klinisch ist der palpierbare, verdickte Pylorus im rechten Oberbauch ein zentraler Befund. Ultraschall stellt die primäre apparative Diagnostik dar; typische Sonographiekriterien sind eine pylorische Muskulardicke > 3 mm und einen Lumenlänge > 14 mm bei gleichzeitig erweitertem Mageninhalt. Laboruntersuchungen dienen der Bewertung von Dehydratation und Elektrolytstörungen, nicht jedoch zur Diagnosesicherung.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen gastroösophagealen Reflux, Nahrungsmittelallergien, intrakranielle Druckerhöhungen (z. B. Hydrozephalus) sowie angeborene Fehlbildungen des Magen‑Duodenal-Trakts. Beim refluxartigen Erbrechen fehlt typischerweise der palpierbare Pylorus und die Ultraschallbefunde zeigen keine Hypertrophie. Allergische Ursachen gehen mit Hautmanifestationen oder eosinophiler Ösophagitis einher, was sich in entsprechenden Labor- bzw. Endoskopiebefunden widerspiegelt.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie besteht primär aus einer chirurgischen Pyloromyotomie, bei der die hypertrophe Muskulatur longitudinal gespalten wird, um den Durchmesser des Kanals zu vergrößern. In den geprüften Quellen wird sowohl die offene Ramstedt‑Methode als auch die laparoskopische Variante angewendet; beide Verfahren zeigen vergleichbare klinische Ergebnisse hinsichtlich Erfolgsrate und Komplikationsprofil. Die Operation sollte von erfahrenen Fachärzten durchgeführt werden, wobei Studien aus niederschwelligen Settings nahelegen, dass spezialisierte Kinderchirurgen bessere Ergebnisparameter erzielen können. Postoperativ erfolgt eine kurze Beobachtungsphase mit sukzessivem Wiederbeginn der oralen Ernährung; die meisten Patienten tolerieren bereits innerhalb von 24 h wieder Nahrung.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Die Literatur aus niedrig- und mittelhohen Einkommensländern liefert Daten zu offenen versus laparoskopischen Techniken sowie zu Faktoren, die das chirurgische Ergebnis beeinflussen (z. B. sozioökonomischer Status, Erfahrung des Operateurs). Diese Studien zeigen, dass trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen die grundsätzliche Wirksamkeit der Pyloromyotomie erhalten bleibt, jedoch lokale Gegebenheiten wie Ressourcen und chirurgische Expertise die Wahl des Zugangs beeinflussen können.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.