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Angeborene Tuberkulose (P37.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-007598

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Angeborene Tuberkulose bezeichnet die perinatale Infektion des Neugeborenen mit Mycobacterium tuberculosis, meist durch transplacentäre Übertragung oder während der Passage durch den Geburtskanal. Historisch ist das Auftreten selten und wird häufig erst im Säuglingsalter erkannt, wenn sich klinische Zeichen manifestieren. Trotz niedriger Inzidenz in hochentwickelten Ländern bleibt die Erkrankung relevant wegen ihrer hohen Morbidität und Mortalität bei verzögerter Diagnose.

Klinisches Erscheinungsbild

Das Krankheitsbild ist unspezifisch und kann bereits innerhalb der ersten Lebenswochen auftreten. Typische Leitsymptome umfassen persistierendes Fieber, respiratorische Insuffizienz, pulmonale Infiltrate sowie hepatosplenomegalie. Häufig finden sich auch extrapulmonale Manifestationen wie Lymphadenopathien im Bereich des Hepatoduodenalbereichs. Der Verlauf ist oft aggressiv; ohne adäquate Therapie kann eine rasche Verschlechterung bis zum septischen Schock eintreten.

Diagnostik

Die Anamnese sollte eine mütterliche Tuberkuloseerkrankung oder Risikofaktoren (z. B. Kontakt zu ansteckenden Personen) berücksichtigen. Klinisch ist die Untersuchung von Atemgeräuschen, Hepatomegalie und Lymphknotenvergrößerungen wichtig. Labor diagnostisch stehen mikroskopischer Nachweis von Säure‑resistenten Stäbchen in Sputum, Bronchiallavage oder Gastrussondenflüssigkeit sowie kulturbasierte Identifikation im Vordergrund. Bildgebend liefert das Thorax‑Röntgen typische infiltrative Muster und mediastinale Lymphadenopathien; Sonographie kann Hepatosplenomegalie bestätigen. Die Diagnose wird gestellt, wenn mikrobiologischer Nachweis mit klinischem Kontext übereinstimmt.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen neonatale Sepsis, virale Pneumonien (z. B. RSV), kongenitale bakterielle Infektionen (Listeriose, Syphilis) sowie andere mykobakterielle Erkrankungen wie Mycobacterium avium‑Komplex. Charakteristisch für angeborene Tuberkulose sind der Nachweis von Säure‑resistenten Bakterien und das Vorhandensein von Hepatosplenomegalie in Kombination mit pulmonalen Befunden, während virale oder bakterielle Sepsis meist keinen mikrobiologischen Nachweis von Mykobakterien liefert.

Therapie

Die Behandlung erfolgt nach leitliniengerechter medikamentöser Standardtherapie für Tuberkulose im Säuglingsalter. Sie beinhaltet eine initiale Phase mit mehreren Wirkstoffen über mehrere Monate, gefolgt von einer Erhaltungsphase. Die Therapie muss frühzeitig begonnen werden, sobald der mikrobiologische Nachweis gesichert ist, um das Fortschreiten zu verhindern und die Prognose zu verbessern.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.