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Angina pectoris (ICD‑10 I20): Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 2
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-053291

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Angina pectoris bezeichnet ein wiederkehrendes, belastungsabhängiges Brustschmerzsyndrom, das durch eine vorübergehende Myokardischämie verursacht wird. Epidemiologisch ist sie die häufigste Manifestation koronarer Herzkrankheit und stellt einen bedeutenden Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse dar. Die klinische Relevanz liegt sowohl in der akuten Symptomatik als auch im langfristigen Risiko für Myokardinfarkt und Mortalität.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch ist ein drückender, beklemmender oder brennender Schmerz hinter dem Sternum, der bei körperlicher Belastung oder emotionalem Stress auftritt und innerhalb von Minuten nach Ruhe oder Nitroglycerin-Anwendung abklingt. Der Schmerz kann in den linken Arm, den Kiefer oder den Rücken ausstrahlen. In der Regel ist das Auftreten vorhersehbar und folgt einem klaren Belastungs‑ bzw. Erholungsmuster. Bei instabiler Angina können die Schmerzen in Ruhe auftreten, länger anhalten und weniger gut auf Nitroglycerin reagieren.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Schmerzcharakteristik, Trigger, Dauer und Linderung sowie das Vorhandensein von Risikofaktoren (z. B. Hypertonie, Diabetes, Rauchen). Die körperliche Untersuchung ist häufig unauffällig, kann jedoch Hinweise auf kardiale oder pulmonale Begleiterkrankungen liefern. Labordiagnostisch werden kardiale Biomarker (Troponin, CK‑MB) zur Ausschlussdiagnose eines Myokardinfarkts eingesetzt. Bildgebend wird zunächst ein Belastungs-EKG empfohlen; bei unklaren Befunden oder hohem Risiko folgt eine Koronarangiographie bzw. nicht‑invasive Bildgebung (CT-Angiografie). Diagnosekriterien umfassen das Vorhandensein typischer Beschwerden, objektiver Ischämie im Belastungstest und Ausschluss anderer Ursachen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:

  • Myokardinfarkt (akut, mit erhöhten Biomarkern)
  • Perikarditis (stechender Schmerz, perikardiales Reiben)
  • Lungenembolie (plötzliche Dyspnoe, pleurale Schmerzen)
  • Ösophagus‑Spasmen (Schmerz nach Nahrungsaufnahme, Besserung durch Antazida)
  • Muskuläre Thoraxschmerzen (lokalisierte Druckempfindlichkeit)

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie zielt auf Symptomkontrolle und Reduktion des kardiovaskulären Risikos. Erstliniale Maßnahmen umfassen Lebensstilinterventionen (Rauchstopp, Gewichtsreduktion, körperliche Aktivität) sowie die Behandlung von Begleiterkrankungen (Blutdruck, Lipidprofil, Diabetes). Medikamentös werden vasodilatatorische Mittel zur schnellen Schmerzlinderung eingesetzt, gefolgt von langfristigen anti‑ischämischen Therapien, die die Myokardoxygenierung verbessern und das Ereignisrisiko senken. Bei unzureichender Symptomkontrolle können zusätzliche Wirkprinzipien (z. B. Stoffwechselmodulation) in Erwägung gezogen werden. Refraktäre Fälle, bei denen trotz optimaler medikamentöser Therapie anhaltende Beschwerden bestehen, erfordern weiterführende Interventionen wie Revaskularisation oder spezialisierte Schmerztherapiekonzepte.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Aktuelle systematische Übersichtsarbeiten untersuchen sowohl etablierte als auch alternative Therapien, darunter pflanzliche Extrakte, deren Wirksamkeit und Sicherheit jedoch nicht eindeutig belegt ist. Kosten‑Nutzen-Analysen zu neueren medikamentösen Optionen zeigen potenzielle Vorteile, bleiben aber von begrenzter Datenlage geprägt. Insgesamt besteht ein Bedarf an weiteren randomisierten Studien, um die optimale Therapie bei refraktärer Angina zu definieren.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.