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Anhidrose (L74.4) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 5
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In diesem Artikel
Übersicht
Anhidrose bezeichnet das vollständige oder partielle Fehlen der Schweißsekretion. Sie kann primär (idiopathisch) oder sekundär zu anderen Erkrankungen des autonomen Nervensystems, dermatologischen Störungen oder systemischen Prozessen auftreten. Epidemiologische Daten sind spärlich; die Prävalenz ist jedoch in Populationen mit neuropathischen Erkrankungen erhöht. Klinisch relevant ist die Anhidrose wegen des Risikos für Hyperthermie, eingeschränkter Thermoregulation und sekundärer Hauttrockenheit.
Klinisches Erscheinungsbild
Betroffene berichten über fehlende Schweißbildung bei körperlicher Belastung oder Hitzeexposition. Objektiv zeigen sich trockene Hautflächen, häufig im Gesichts‑ und Körperbereich, sowie ein erhöhtes Schwitzen an nicht betroffenen Stellen (kompensatorische Hyperhidrose). Der Krankheitsverlauf ist meist chronisch, kann jedoch bei reversiblen Ursachen (z. B. medikamenteninduzierte Blockade) temporär sein.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf Auslöser, Dauer und Kontext des Schwitzverlustes sowie Begleiterkrankungen des autonomen Nervensystems. Klinisch wird die Haut mit dem Schweißtest (z. B. Iodinhydrin‑Stoffwechseltest) untersucht, um das Vorhandensein von Schweißdrüsen zu bestätigen oder auszuschließen. Laboruntersuchungen dienen der Identifikation zugrundeliegender systemischer Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen). Bildgebende Verfahren wie die Quantitative Sudomotor‑Axonreflex‑Testung (QSART) können die sudomotorische Funktion objektiv quantifizieren. Diagnosekriterien umfassen das Vorhandensein von klinisch nachgewiesenem Schwitzverlust bei gleichzeitig normaler Struktur der Schweißdrüsen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:
- Hypohidrose (reduzierte, aber nicht fehlende Schweißsekretion) – meist teilweisere Befunde im Schweißtest.
- Ektopische Hyperhidrose – lokalisierte übermäßige Schweißproduktion ohne systemischen Schwitzverlust.
- Dermatologische Trockenheitszustände (z. B. Ichthyosis) – können trockene Haut verursachen, jedoch nicht primär mit fehlender Schweißsekretion einhergehen.
- Neuropathien des autonomen Nervensystems (z. B. diabetische Autonome Neuropathie) – häufige Ursache sekundärer Anhidrose.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach der Ätiologie. Bei primärer idiopathischer Anhidrose gibt es keine spezifisch wirksame medikamentöse Option; die Therapie fokussiert auf Prävention von Hyperthermie (Kühlungsmaßnahmen, Flüssigkeitszufuhr) und Hautpflege zur Vermeidung von Xerosis. Sekundäre Formen werden durch Behandlung der Grunderkrankung adressiert (z. B. Optimierung des Diabetesmanagements). In Fällen medikamentöser Induktion wird das auslösende Präparat nach Möglichkeit abgesetzt oder ersetzt. Leitliniengerechte Therapie umfasst zudem patientenindividuelle Aufklärung über Risikovermeidung und Notfallpläne bei Hitzeexposition.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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