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Anhidrose (L74.4) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 5

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-043179

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Anhidrose bezeichnet das vollständige oder partielle Fehlen der Schweißsekretion. Sie kann primär (idiopathisch) oder sekundär zu anderen Erkrankungen des autonomen Nervensystems, dermatologischen Störungen oder systemischen Prozessen auftreten. Epidemiologische Daten sind spärlich; die Prävalenz ist jedoch in Populationen mit neuropathischen Erkrankungen erhöht. Klinisch relevant ist die Anhidrose wegen des Risikos für Hyperthermie, eingeschränkter Thermoregulation und sekundärer Hauttrockenheit.

Klinisches Erscheinungsbild

Betroffene berichten über fehlende Schweißbildung bei körperlicher Belastung oder Hitzeexposition. Objektiv zeigen sich trockene Hautflächen, häufig im Gesichts‑ und Körperbereich, sowie ein erhöhtes Schwitzen an nicht betroffenen Stellen (kompensatorische Hyperhidrose). Der Krankheitsverlauf ist meist chronisch, kann jedoch bei reversiblen Ursachen (z. B. medikamenteninduzierte Blockade) temporär sein.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Auslöser, Dauer und Kontext des Schwitzverlustes sowie Begleiterkrankungen des autonomen Nervensystems. Klinisch wird die Haut mit dem Schweißtest (z. B. Iodinhydrin‑Stoffwechseltest) untersucht, um das Vorhandensein von Schweißdrüsen zu bestätigen oder auszuschließen. Laboruntersuchungen dienen der Identifikation zugrundeliegender systemischer Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen). Bildgebende Verfahren wie die Quantitative Sudomotor‑Axonreflex‑Testung (QSART) können die sudomotorische Funktion objektiv quantifizieren. Diagnosekriterien umfassen das Vorhandensein von klinisch nachgewiesenem Schwitzverlust bei gleichzeitig normaler Struktur der Schweißdrüsen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:

  • Hypohidrose (reduzierte, aber nicht fehlende Schweißsekretion) – meist teilweisere Befunde im Schweißtest.
  • Ektopische Hyperhidrose – lokalisierte übermäßige Schweißproduktion ohne systemischen Schwitzverlust.
  • Dermatologische Trockenheitszustände (z. B. Ichthyosis) – können trockene Haut verursachen, jedoch nicht primär mit fehlender Schweißsekretion einhergehen.
  • Neuropathien des autonomen Nervensystems (z. B. diabetische Autonome Neuropathie) – häufige Ursache sekundärer Anhidrose.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ätiologie. Bei primärer idiopathischer Anhidrose gibt es keine spezifisch wirksame medikamentöse Option; die Therapie fokussiert auf Prävention von Hyperthermie (Kühlungsmaßnahmen, Flüssigkeitszufuhr) und Hautpflege zur Vermeidung von Xerosis. Sekundäre Formen werden durch Behandlung der Grunderkrankung adressiert (z. B. Optimierung des Diabetesmanagements). In Fällen medikamentöser Induktion wird das auslösende Präparat nach Möglichkeit abgesetzt oder ersetzt. Leitliniengerechte Therapie umfasst zudem patientenindividuelle Aufklärung über Risikovermeidung und Notfallpläne bei Hitzeexposition.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.