Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Akute Appendizitis (K37): Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard (konservativ vs operativ)

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Appendizitis ist eine akute Entzündung des Wurmfortsatzes, die weltweit zu den häufigsten abdominalen Notfällen gehört. Die Inzidenz liegt bei etwa 7‑9 Fällen pro 10 000 Personen jährlich und zeigt einen leichten Höhepunkt im jungen Erwachsenenalter. Klinisch relevant ist das Risiko einer perforierten Appendizitis mit peritonitischer Sepsis, weshalb eine rasche Diagnostik und Therapie entscheidend sind.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch beginnt die Erkrankung mit unspezifischen periumbilikalen Schmerzen, die sich innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen in den rechten Unterbauch verlagern. Begleitende Leitsymptome können Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und leichtes Fieber sein. Der klassische Befund ist ein Druckschmerz im McBurney-Punkt mit positivem Loslassschmerz (Blumberg-Zeichen). Bei fortgeschrittener Entzündung kann eine Abwehrspannung des Bauchraums auftreten.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf den zeitlichen Verlauf der Schmerzen, Begleitsymptome und mögliche Risikofaktoren für Komplikationen. Klinisch wird die Palpation des rechten Unterbauchs durchgeführt; ein positiver Loslassschmerz erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Appendizitis. Laborchemisch zeigen sich häufig eine milde Leukozytose und erhöhte Entzündungsmarker (CRP). Bildgebend ist die Sonographie das bevorzugte Erstverfahren, insbesondere bei jungen Patienten und Schwangeren; sie kann einen vergrößerten, nicht komprimierbaren Wurmfortsatz darstellen. Bei unklaren Befunden oder Verdacht auf Komplikationen wird eine Computertomografie mit Kontrastmittel eingesetzt, um Perforation oder Abszess auszuschließen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen gastrointestinale Erkrankungen wie gastroenteritis, entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Crohn‑Krankheit), Divertikulitis des rechten Kolons sowie gynäkologische Ursachen bei Frauen (Eileiterschwangerschaft, Ovarialzysten). Charakteristische Unterschiede liegen in der Schmerzlokalisation, dem Vorhandensein von Blut im Stuhl oder vaginalem Ausfluss sowie spezifischen bildgebenden Befunden.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie orientiert sich am klinischen Schweregrad. Bei unkomplizierter Appendizitis wird zunehmend die Möglichkeit einer konservativen Behandlung mit antibiotischer Therapie diskutiert, während bei komplizierten Verläufen (Perforation, Abszess) eine operative Entfernung des Wurmfortsatzes empfohlen wird. Die Entscheidung für eine medikamentöse oder chirurgische Strategie sollte individuell nach klinischem Befund, Patientenpräferenz und Risikoprofil getroffen werden.

Besondere Populationen

Bei Schwangeren ist die Sonographie das bevorzugte Bildgebungsmodalität; operative Therapie erfolgt meist im zweiten Trimester, um fetale Risiken zu minimieren. Kinder zeigen häufig atypische Symptome, sodass eine niedrige Schwelle für bildgebende Diagnostik empfohlen wird. Ältere Patienten haben ein erhöhtes Risiko für perforierte Appendizitis und profitieren von einer frühzeitigen operativen Intervention. Bei eingeschränkter Nieren‑ oder Leberfunktion ist die Wahl des Antibiotikums entsprechend anzupassen.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Die aktuelle Evidenz zur rein konservativen Behandlung unkomplizierter Appendizitis bleibt uneinheitlich; einige Studien zeigen eine vergleichbare Kurzzeitremission, während andere ein erhöhtes Rezidivrisiko berichten. Weitere randomisierte kontrollierte Studien sind erforderlich, um klare Empfehlungen zu formulieren.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.