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Augentumor (C69): Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 2
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2
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In diesem Artikel
Übersicht
Augentumoren umfassen primäre intraokulare Neoplasien sowie sekundäre Metastasen der Augenregion. Sie stellen eine seltene, aber klinisch bedeutsame Gruppe von Malignitäten dar, die insbesondere durch ihre potenzielle Sehverschlechterung und das Risiko systemischer Ausbreitung gekennzeichnet sind. Die Inzidenz variiert stark nach Tumortyp; primäre intraokulare Lymphome und Choroidämelom gehören zu den häufigsten primären Formen, während choroidale Metastasen meist im Kontext einer fortgeschrittenen soliden Krebserkrankung auftreten.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome von Augentumoren sind neu auftretende oder sich verschlechternde Sehschärfe, Gesichtsfeldausfälle (z. B. Ringflimmern bei Choroidämelomen) und okuläre Schmerzen bei invasiven Läsionen. Klinisch zeigen sich häufig pigmentierte oder amöboide Subretinalläsionen, die im Funduskontakt sichtbar sind, sowie sekundäre Phänomene wie subretinale Flüssigkeit, exsudative Detachment oder Vitreusinfiltration bei intraokulären Lymphomen. Der Verlauf ist abhängig vom Tumortyp: primäre Malignome wachsen meist langsam, während metastatische Läsionen häufig rapid progressiv auftreten.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf visuelle Beschwerden, systemische Krebserkrankungen und immunologische Vorgeschichte (z. B. bei Lymphomen). Die ophthalmoskopische Untersuchung identifiziert charakteristische Läsionen; zusätzlich kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall-B‑Mode, Fluoreszenzangiographie und optische Kohärenztomografie zum Einsatz, um Tumorgröße, Lokalisation und Durchblutungscharakteristik zu beurteilen. Bei Verdacht auf primäre intraokulare Lymphome ist eine Vitrektomie mit zytologischem Befund sowie Immunhistochemie erforderlich. Für choroidale Metastasen wird häufig ein systemisches Staging mittels CT/MRT durchgeführt, um die Primärquelle zu identifizieren.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen gutartige Läsionen wie Nevus pigmentarum, Makuladegeneration und retinales Angiomat. Bei pigmentierten Subretinalläsionen muss das Choroidämelom von einem benignen Nevus unterschieden werden; hierbei helfen Größe (> 5 mm), Höhe und Wachstum über die Zeit. Vitreusinfiltration kann sowohl bei Lymphomen als auch bei chronischen Entzündungen (Uveitis) auftreten, sodass eine zytologische Bestätigung entscheidend ist. Sekundäre Metastasen müssen von primären Tumoren differenziert werden, insbesondere wenn systemische Malignität bekannt ist.
Therapie
Die therapeutische Strategie orientiert sich an tumorbiologischen Merkmalen und Lokalisation. Für primäre intraokulare Lymphome wird eine leitliniengerechte Systemtherapie mit hochdosierten Kortikosteroiden und/oder Chemoimmunmodulation eingesetzt, häufig kombiniert mit lokaler Strahlentherapie bei unzureichendem Ansprechen. Bei choroidalen Melanomen gilt die lokale Therapie als Standard; hierzu zählen Plaque‑Brachytherapie, photonische Laserablation sowie Protonenstrahlentherapie, wobei letztere besonders für parapapilläre Läsionen empfohlen wird. Sekundäre choroidale Metastasen werden primär systemisch behandelt, wobei eine lokalisierte Strahlentherapie bei symptomatischer Sehverschlechterung ergänzend eingesetzt werden kann.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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