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AV‑Knoten‑Reentry‑Tachykardie (I47.1): Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
AV‑Knoten‑Reentrytachykardie (AVNRT) ist die häufigste Form supraventrikulärer Tachykardien und entsteht durch einen kreisförmigen Erregungsweg innerhalb des atrioventrikulären Knotens. Epidemiologisch betrifft sie vorwiegend junge bis mittelalte Patienten, wobei ein leichter Frauenüberschuss beschrieben wird. Klinisch relevant ist die AVNRT wegen ihrer potenziell wiederkehrenden Symptomatik und der Möglichkeit einer symptomatischen Therapie sowohl medikamentös als auch interventionell.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind plötzlich auftretende, regelmäßig rasante Herzschläge (150‑250 Schläge/min) mit einem abrupten Beginn und Ende. Patienten berichten häufig über palpitations, Brustdruck, Kurzatmigkeit oder Angstgefühle. Im EKG zeigt sich ein schmaler QRS-Komplex mit meist verkürztem PR-Intervall; bei konventionellem AVNRT ist das P‑Wellen‑Muster oft verborgen oder unmittelbar nach dem QRS zu sehen. Der Verlauf ist episodisch, die Anfälle können Sekunden bis mehrere Minuten dauern und werden häufig durch körperliche Belastung, Stress oder Koffein ausgelöst.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Auftreten von plötzlich einsetzenden Palpitationen, deren Dauer und auslösende Faktoren. Die körperliche Untersuchung ist meist unauffällig zwischen den Episoden. Elektrophysiologische Untersuchungen (EPS) bestätigen die Diagnose durch Nachweis eines dualen AV‑Knoten‑leitungswegs und induzierbare Reentry‑Mechanismen. Im 12‑Kanal‑EKG während einer Episode zeigen sich charakteristische Merkmale, insbesondere ein kurzer RP‑Intervall bei konventioneller Form. Laboruntersuchungen dienen primär dem Ausschluss anderer Ursachen (z. B. Elektrolytstörungen, Schilddrüsenüberfunktion).
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen atriale Tachykardien (z. B. atriale Flimmer‑ oder Flutter), orthodrome AV‑Reentrytachykardien über akzessorische Bahnen sowie sinusarrhythmische Tachykardien. Das Vorhandensein eines klaren P‑Wellen‑Musters, die Dauer des QRS-Komplexes und das Verhältnis von RP‑ zu PR‑Intervall helfen bei der Differenzierung. Bei Verdacht auf eine AVRT ist die Reaktion auf Adenosin bzw. die Induktion durch EPS entscheidend.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie beginnt mit einer symptomorientierten medikamentösen Behandlung, häufig unter Einsatz von kurz wirksamen AV‑Knoten‑Blockern zur akuten Terminierung. Bei wiederkehrenden oder therapieresistenten Fällen wird eine katheterbasierte Ablation des langsamen Pfades des AV‑Knotens empfohlen, da sie eine hohe Erfolgsrate und geringe Rezidivrate aufweist. Die Entscheidung für ein invasives Verfahren richtet sich nach der Häufigkeit der Episoden, dem Ausmaß der Symptomatik und dem Patientenwunsch.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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