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Bakterielle Sepsis im Neugeborenen – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard
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In diesem Artikel
Übersicht
Bakterielle Sepsis beim Neugeborenen ist ein akuter systemischer Entzündungszustand, der durch eine invasive bakterielle Infektion ausgelöst wird. Die Inzidenz liegt in hochentwickelten Gesundheitssystemen bei mehreren Fällen pro 1 000 Lebendgeburten und stellt trotz moderner Intensivmedizin eine bedeutende Ursache für Morbidität und Mortalität im ersten Lebensmonat dar. Frühgeborene sowie Neugeborene mit perinatalen Risikofaktoren (z. B. vorzeitiger Blasensprung, intrauterine Infektion) tragen das höchste Risiko. Die frühe Erkennung und rasche Therapie sind entscheidend, um Multiorganversagen zu verhindern.
Klinisches Erscheinungsbild
Das klinische Bild ist unspezifisch und kann bereits innerhalb weniger Stunden nach dem Auftreten der Infektion manifestieren. Typische Leitsymptome umfassen Temperaturinstabilität (Hypothermie oder Hyperthermie), Atemnot mit apnoischen Phasen, Tachypnoe, bradykarde Herzfrequenz, schlechter peripherer Perfusion sowie gastrointestinale Zeichen wie Erbrechen oder Blutungen aus dem Nabelstumpf. Häufig entwickelt sich ein progressiver Schockzustand mit zunehmender Laktatazidose und Organfunktionsstörung. Der Verlauf kann schnell von einer initialen kompensierten Phase zu einem dekompensierten Multiorganversagen übergehen, wenn keine adäquate Therapie eingeleitet wird.
Diagnostik
Die Diagnose beruht auf einer Kombination aus klinischer Bewertung, Laborbefunden und mikrobiologischen Ergebnissen. Anamneseerhebung fokussiert perinatale Risikofaktoren (z. B. vorzeitiger Blasensprung, Mutterinfektion). Klinische Untersuchung sucht nach den oben genannten Leitsymptomen. Labordiagnostik beinhaltet Blutkulturen (vor Antibiose), C‑reaktives Protein, Procalcitonin und Laktat; zudem werden häufig ein komplettes Blutbild mit Fokus auf Neutrophilie bzw. -immaturität sowie Gerinnungsparameter beurteilt. Bildgebende Verfahren (z. B. Thoraxröntgen) dienen der Differenzierung von pulmonalen Komplikationen. Die diagnostischen Kriterien orientieren sich an den definierten klinisch‑laborchemischen Schwellenwerten, die in aktuellen Leitlinien festgelegt sind.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen nichtinfektiöse Ursachen für Atemnot und Kreislaufinstabilität wie pulmonale Hypertension, persistierendes pulmonales Persistenzsyndrom, angeborene Herzfehler sowie metabolische Störungen (z. B. Hypoglykämie, Hyperbilirubinämie). Ebenso müssen andere infektiöse Prozesse wie virale oder Pilzsepsis berücksichtigt werden, die sich klinisch ähnlich präsentieren können, jedoch unterschiedliche mikrobiologische Befunde und Therapieansätze erfordern.
Therapie
Die therapeutische Vorgehensweise folgt einem leitliniengerechten Algorithmus, der eine sofortige antimikrobielle Erstbehandlung innerhalb einer Stunde nach Verdacht vorsieht. Die Wahl des Antibiotikums erfolgt empirisch unter Berücksichtigung lokaler Erregerprofile und Resistenzmuster, wobei ein breites Spektrum gegen die häufigsten gram‑positive und gram‑negativen Erreger abgedeckt wird. Nach Erhalt von Kulturergebnissen wird die Therapie gezielt angepasst (Deeskalation). Zusätzlich wird eine adäquate hämodynamische Stabilisierung angestrebt: Volumenexpansion, ggf. Vasopressoren und Unterstützung der Organfunktionen (z. B. Beatmung, Renalreplacement‑Therapie) nach Bedarf. Die Dauer der Antibiotikatherapie richtet sich nach klinischem Ansprechen und mikrobiologischen Befunden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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