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Bipolare affektive Störung – schwere depressive Episode (F31.4): Diagnostik, Differenzialdiagnose & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3
  • Sonstige Quelle: 1

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die bipolare affektive Störung (BAS) ist eine chronische psychiatrische Erkrankung, die durch wiederkehrende Phasen von Manie bzw. Hypomanie und Depression gekennzeichnet ist. Etwa 1 % der Bevölkerung entwickelt im Verlauf ein bipolares Krankheitsbild; davon befindet sich ein signifikanter Teil in einer schweren depressiven Episode (SDE) ohne psychotische Merkmale. Diese Phase ist mit hoher Belastung, Funktionsverlust und erhöhtem Suizidrisiko verbunden, wodurch sie eine zentrale Zielstellung für Diagnostik und Therapie darstellt.

Klinisches Erscheinungsbild

In einer SDE ohne psychotische Symptome dominieren gedrückte Stimmung, anhaltende Interessenlosigkeit, verminderter Antrieb, Schlafstörungen (meistinsbesondere Insomnie), Appetitveränderungen sowie kognitive Beeinträchtigungen. Psychomotorische Verlangsamung und Gefühle von Wertlosigkeit oder Schuld können auftreten, ohne dass Halluzinationen oder Wahnideen vorliegen. Der Verlauf ist häufig episodisch mit wechselnden Phasen, wobei die depressive Episode typischerweise länger dauert als manische Episoden.

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf einer strukturierten Anamnese, die frühere manische bzw. hypomanische Symptome, familiäre Vorbelastung und den Verlauf der depressiven Phasen erfasst. Klinische Untersuchung beinhaltet die Bewertung von Stimmung, Antrieb, Schlaf, Appetit sowie kognitiver Funktionen. Zur Abgrenzung werden standardisierte Interviewleitfäden (z. B. MINI, SCID) eingesetzt. Labor- und apparative Untersuchungen dienen primär dem Ausschluss organischer Ursachen (Schilddrüsenerkrankungen, Elektrolytstörungen, Substanzmissbrauch). Die Diagnosekriterien orientieren sich an den internationalen Klassifikationssystemen, wobei die aktuelle Episode als schwere depressive Episode ohne psychotische Merkmale definiert wird.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen unipolare Major Depression, schizoaffektive Störungen, substanzinduzierte affektive Symptome sowie medizinisch bedingte Depressionen (z. B. bei Hypothyreose). Die Unterscheidung von unipolarer Depression erfolgt durch das Vorhandensein früherer manischer oder hypomanischer Episoden. Schizoaffektive Störungen zeigen psychotische Symptome, die in der vorliegenden Episode fehlen. Substanzmissbrauch wird durch toxikologische Tests und Anamnese abgeklärt.

Therapie

Die leitliniengerechte Behandlung einer schweren depressiven Episode ohne Psychosen umfasst zunächst eine medikamentöse Standardtherapie mit mood‑stabilisierenden oder antidepressiven Prinzipien, ergänzt um psychotherapeutische Interventionen. Aktuelle Evidenz aus einer kombinierten Studie zu einem Antikonvulsivum und einem Serotonin‑Wiederaufnahmehemmer zeigt, dass diese Kombination die depressive Symptomatik signifikant reduzieren kann. Darüber hinaus wurde in einer gepoolten Analyse eine adjunctive Therapie mit einem Amphetinderivat als wirksam und sicher bewertet, insbesondere bei Patienten, die auf konventionelle Therapien unzureichend ansprechen. Für Patienten mit therapieresistenter Depression gibt es aktuelle Empfehlungen zur Definition von Resistenz, wobei ein fehlendes Ansprechen nach mindestens zwei adäquaten Therapieversuchen berücksichtigt wird.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

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