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Blepharitis (H01.0): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
- Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
- Übersichtsarbeit: 2
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In diesem Artikel
Übersicht
Blepharitis bezeichnet eine chronische Entzündung der Lidrand- und Tarsusdrüsen, die häufig mit Dysbiose des Meibomschen Drüsensekrets und einer Besiedlung durch Demodex‑Mites einhergeht. Epidemiologische Daten aus europäischen Bevölkerungsstudien zeigen eine Prävalenz von bis zu 40 % in der Allgemeinbevölkerung, wobei das Auftreten im mittleren Lebensalter steigt und bei älteren Patienten weiter zunimmt. Klinisch relevant ist die mögliche Beteiligung des Tränenfilms, was zu sekundärer trockener Auge‑Syndromatik und Beeinträchtigung der Sehqualität führen kann.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind Lidrandrötungen, Schuppenbildung (squamativ), Brennen, Fremdkörpergefühl und vermehrte Tränenproduktion. Bei klinischer Untersuchung finden sich ein verkrusteter Lidrand, vergrößerte Meibomdrüsenöffnungen sowie evtl. sichtbare Demodex‑Mites in den Wimpern. Der Verlauf ist häufig schubweise, mit Phasen akuter Exazerbation gefolgt von Remissionen, was die chronische Natur der Erkrankung unterstreicht.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf wiederkehrende Lidrandbeschwerden, vorherige Therapieversuche und Begleiterkrankungen wie Rosazea oder seborrhoisches Ekzem. Die klinische Untersuchung umfasst eine Lidrandinspektion mit evtl. Anwendung von Lidrand‑Lichtmikroskopie zur Sichtbarmachung von Demodex-Mites. Für die objektive Bewertung des Tränenfilms wird das TFOS DEWS III‑Protokoll empfohlen, welches standardisierte Messungen von Tear Break-Up Time und Osmolarität beinhaltet. Laboruntersuchungen sind selten indiziert; bei Verdacht auf bakterielle Superinfektion können konjunktivale Abstriche angelegt werden.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen das seborrhoische Dermatitis‑Lidrandphänomen, rosazeaassoziierte Blepharitis, allergische Lidrandreaktionen sowie akute bakterielle Konjunktivitis. Während die seborrhoische Form eher schuppig‑fettige Läsionen ohne Demodex-Beteiligung zeigt, ist bei der rosazeenbedingten Blepharitis häufig eine ausgeprägte telangiektatische Hautveränderung zu beobachten. Allergische Reaktionen manifestieren sich primär durch Juckreiz und eosinophile Befunde.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie kombiniert lidrandhygienische Maßnahmen mit medikamentöser Behandlung. Lidrandhygiene umfasst tägliche warme Kompressen, mechanisches Entfernen von Schuppen und ggf. Anwendung milder Reinigungs‑ bzw. Lipidschaum‑Formulierungen. Bei nachgewiesener Demodex-Beteiligung wird eine anti‑Demodex‑Strategie empfohlen, die topische Milbenmittel (z. B. Teebaumöl‑basierte Präparate) und ggf. orale Ivermectin‑Therapie kombiniert. Zusätzlich können entzündungshemmende Augentropfen oder topische Kortikosteroide in akuten Phasen eingesetzt werden, wobei ein rascher Rückgang der Entzündung angestrebt wird.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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