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Bolivian hemorrhagic fever (A96.1) – Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-045338

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Bolivian hemorrhagic fever (BHF) ist eine seltene, durch das Machupo‑Virus ausgelöste hämorrhagische Fiebererkrankung, die vor allem im Tiefland von Bolivien vorkommt. Die Epidemiologie ist geprägt von sporadischen Ausbrüchen und endemischer Präsenz in ländlichen Gebieten, wobei Übertragungen primär durch Kontakt mit infizierten Nagetieren erfolgen. Klinisch steht BHF wegen seiner hohen Letalität und der Ähnlichkeit zu anderen arenavirenbedingten hämorrhagischen Fiebern im Fokus ärztlicher Aufmerksamkeit.

Klinisches Erscheinungsbild

Der Krankheitsverlauf beginnt typischerweise nach einer Inkubationszeit von 7–14 Tagen mit unspezifischen Symptomen wie plötzlich einsetzendem Fieber, Kopfschmerzen und Myalgien. In der akuten Phase entwickeln sich häufig konjunktivale Hyperämie, exanthematische Hautmanifestationen sowie hämatologische Auffälligkeiten (Thrombozytopenie, prolongierte Gerinnungszeiten). Bei schweren Verläufen können hämorrhagische Diathesen, hepatische Dysfunktion und multiorganes Versagen auftreten. Der Verlauf ist häufig biphasisch: nach einer initialen febrilen Phase folgt ein kritisches Intervall mit potenzieller Verschlechterung innerhalb von 3–5 Tagen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Reisehistorie in endemische Regionen Boliviens sowie Kontakt zu Nagetieren oder deren Exkrementen. Klinisch wird die Kombination aus plötzlich einsetzendem Fieber, hämorrhagischen Zeichen und Leberbeteiligung als Hinweis gewertet. Laborbestätigungen erfolgen durch serologische Tests (ELISA für IgM/IgG) oder molekulare Nachweise (RT‑PCR) des Machupo‑Virus im Blut. Bildgebende Verfahren können bei Verdacht auf hepatische Beteiligung oder pulmonale Infiltrate ergänzend eingesetzt werden. Die Diagnose wird gestellt, wenn ein positiver Virusnachweis mit dem typischen klinischen Bild korreliert.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Erkrankungen umfassen andere arenavirenbedingte hämorrhagische Fieber wie Lassa‑Fieber, Junin‑Fieber und das Crimean‑Congo‑Hämorrhagische Fieber, wobei die geografische Herkunft und spezifische Laborbefunde entscheidend sind. Dengue-Fieber kann aufgrund ähnlicher Leitsymptome (Fieber, Hautausschlag, Thrombozytopenie) verwechselt werden; hier differenzieren serologische Tests für Flaviviren. Bakterielle Sepsis mit disseminierter intravasaler Koagulation und hämorrhagischer Dengue müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Therapie

Eine spezifische antivirale Standardtherapie ist nicht etabliert; die Behandlung richtet sich nach dem Prinzip der intensiven supportive Versorgung. Dazu gehören engmaschige Flüssigkeits- und Elektrolyt‑Management, Blutprodukte bei ausgeprägter Koagulopathie sowie organunterstützende Maßnahmen (z. B. mechanische Beatmung bei respiratorischer Insuffizienz). Experimentelle Therapieansätze mit antiviralen Substanzen, die in anderen Ebola‑Studien untersucht wurden, werden derzeit nicht routinemäßig eingesetzt, da keine belastbare Evidenz für deren Wirksamkeit bei BHF vorliegt.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.