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Borrelien‑Lymphozytom (ICD‑10 L98.8) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 3
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2
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In diesem Artikel
Übersicht
Das Borrelien‑Lymphozytom (auch lymphocytoma cutis genannt) ist eine benigne, kutane B‑Zell‑Pseudolymphom, die im Kontext einer Borreliose auftreten kann. Es handelt sich um eine seltene Manifestation, die überwiegend in endemischen Gebieten beschrieben wird, jedoch auch in nicht‑endämischen Regionen vorkommen kann, wie ein Fallbericht aus einem Kind mit bilateraler Ohrläppchenbeteiligung zeigt. Klinisch ist das Lymphozytom von Bedeutung, weil es zu einer Fehldiagnose als malignes Lymphom führen und damit unnötige invasive Maßnahmen nach sich ziehen kann.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind gut abgrenzbare, rote bis violette Papuloplaques oder Knoten, die häufig im Bereich der Ohren, des Gesichts oder der Extremitäten auftreten. Der Verlauf ist meist langsam wachsend und schmerzlos; in Einzelfällen kann jedoch eine sekundäre Pannikulititis mit septo‑lobulärer Beteiligung entstehen, wie im beschriebenen Kind der Fallberichtsliteratur. Die Läsionen können sich zu größeren Tumoren entwickeln, bleiben aber häufig oberflächlich begrenzt.
Diagnostik
Die Anamnese sollte eine mögliche Exposition gegenüber Zecken und frühere Borreliose‑Infektionen berücksichtigen. Klinisch wird die Läsion inspiziert und palpiert; typische Befunde sind feste, nicht entzündete Knoten ohne Ulzeration. Histopathologisch zeigt sich ein dichtes lymphozytisches Infiltrat mit überwiegend B‑Zell‑Komponenten, das immunhistochemisch CD20‑positiv ist und eine polyklonale Lichtkettenexpression aufweist. Der Befund einer septo‑lobulären Pannikulititis kann zusätzlich nachgewiesen werden. Serologische Tests für Borrelia‑Antikörper können unterstützend sein, sind jedoch nicht zwingend diagnostisch.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen kutane B‑Zell‑Lymphome, andere Pseudolymphome (z. B. dermatopathische Lymphozytose), vaskuläre Tumoren sowie entzündliche Hauterkrankungen wie Lupus erythematodes oder Granulomatose mit Polyangiitis. Die Unterscheidung erfolgt primär über die Histologie und Immunphänotypisierung, wobei ein polyklonales Muster für das benigne Lymphozytom spricht.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem klinischen Kontext und der Ausdehnung der Läsionen. Bei lokal begrenzten Formen wird häufig eine konservative Beobachtung gewählt, da spontane Regression möglich ist. In rezidivierenden oder therapieresistenten Fällen wurde erfolgreich eine immunsuppressive Behandlung mit Mycophenolat‑Mofetil eingesetzt. Alternative Optionen umfassen lokale Therapien wie intraläsionale Kortikosteroide oder chirurgische Exzision bei kleineren, gut abgrenzbaren Läsionen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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