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Subakromiale Bursitis (M75.5): Diagnostik‑Algorithmus, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 2
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In diesem Artikel
Übersicht
Die subakromiale Bursitis ist eine entzündliche Erkrankung der Bursa subacromialis, einer Flüssigkeits‑gefüllten Schleimbeutelstruktur zwischen dem Acromion und der Supraspinatussehne. Sie tritt vorwiegend bei Personen im mittleren bis höheren Lebensalter auf, wobei mechanische Überlastung des Schultergelenks sowie Fehlstellungen des Oberarmkopfes zu ihrer Entstehung beitragen können. Klinisch ist sie von Schmerzen in der lateralen Schulterregion und einer Einschränkung der aktiven Bewegungsamplitude gekennzeichnet; die Erkrankung kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen und stellt einen relevanten Anteil an schmerzhaften Schultersymptomen dar.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind lokalisierte Schmerzen im subakromialen Bereich, die insbesondere bei Überkopfbewegungen (Abduktion, Elevation) verstärkt auftreten. Patienten berichten häufig über ein „Klick‑ oder Reibungsgefühl“ beim Anheben des Arms sowie nächtliche Schmerzverstärkung, die den Schlaf beeinträchtigen kann. Der Befund zeigt eine schmerzhafte Palpation der Bursa, eingeschränkte aktive und passive Abduktion (oft < 120°) bei gleichzeitig erhaltenem Passivbereich bis zum Endpunkt der Gelenkbewegung. In akuten Phasen kann ein lokaler Ödemzustand mit erhöhter Temperatur spürbar sein; chronisch kann eine Fibrose der Bursa zu einer dauerhaften Bewegungseinschränkung führen.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf wiederholte Belastungen, Überkopfaktivitäten und mögliche Traumata. Die körperliche Untersuchung beinhaltet die Palpation des subakromialen Raums, den Neer‑ und Hawkins‑Kasten-Test sowie die Impingement‑Manöver, um eine mechanische Reizung auszuschließen. Bildgebend wird zunächst eine konventionelle Röntgenaufnahme des Schultergelenks zur Ausschlussdiagnostik von knöchernen Pathologien durchgeführt. Sonografisch lässt sich bei der subakromialen Bursitis ein vermehrtes Flüssigkeitsansammlung, ein verdickter Bursa‑Wall und evtl. begleitende Tendinopathien darstellen; die aktuelle CME‑Sonografie‑Publikation betont dabei die diagnostische Relevanz des Ultraschalls, weist jedoch darauf hin, dass die Sonographie allein nicht immer eindeutig zwischen Bursitis und Tendinitis differenzieren kann. In unklaren Fällen oder bei Verdacht auf begleitende Rotatorenmanschettenruptur wird eine Magnetresonanztomografie (MRT) empfohlen, um die Bursa‑Morphologie sowie mögliche Begleitpathologien detailliert zu beurteilen.
Differenzialdiagnosen
Wesentliche abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Impingement‑Syndrom der Rotatorenmanschette, das häufig mit ähnlichen Schmerzmustern, jedoch ohne signifikante Flüssigkeitsansammlung in der Bursa einhergeht.
- Tendinitis bzw. Tendinopathie der Supraspinatussehne, bei der die Schmerzen primär an der Sehne selbst und nicht im Bursa‑Raum lokalisiert sind.
- Kalkschulter (Calcific tendinitis), charakterisiert durch radiologisch nachweisbare Kalziumablagerungen in der Sehne.
- Glenohumerale Arthrose, die meist mit eingeschränkter passiver Beweglichkeit und knöchernen Veränderungen einhergeht.
Die Unterscheidung erfolgt durch Kombination aus klinischem Befund, Bildgebung (Sonografie, MRT) und ggf. Laboruntersuchungen zur Ausschlussdiagnostik von systemischen Entzündungsprozessen.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie beginnt mit konservativen Maßnahmen: zunächst eine Phase der Schmerzreduktion und Entzündungshemmung mittels physikalischer Anwendungen (Kälte‑/Wärmetherapie, Stoßwellentherapie) sowie gezielter physiotherapeutischer Übungen zur Verbesserung der Schulterkinetik. Eine medikamentöse Standardtherapie umfasst nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) in therapeutisch angemessenen Dosierungen, wobei die Anwendung nach individueller Verträglichkeit und Komorbidität zu prüfen ist. Bei anhaltender Symptomatik trotz 6‑ bis 12‑wöchiger konservativer Therapie kann eine intraartikuläre bzw. subakromiale Injektion von Kortikosteroiden in Erwägung gezogen werden, wobei die Evidenzlage hinsichtlich langfristigem Nutzen und potenziellen Nebenwirkungen differiert. Sollte auch nach dieser Intervention keine ausreichende Besserung eintreten, wird ein operativer Ansatz (Arthroskopie mit Bursectomie) diskutiert, wobei aktuelle Studien zu den Ergebnissen von minimalinvasiven Verfahren eine moderate Erfolgsrate bei sorgfältig ausgewählten Patienten zeigen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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