Wissensartikel · DE
Choanalatresie (Q30.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 1
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Choanalatresie ist eine angeborene Fehlbildung der hinteren Nasenpassage, bei der die nasopharyngeale Öffnung (Choana) teilweise oder vollständig verlagert bzw. von knöcherigem oder membranösem Gewebe blockiert ist. Die Prävalenz liegt im Bereich von wenigen Fällen pro 10 000 Lebendgeburten, wobei eine leichte männliche Vorherrschaft beschrieben wird. Klinisch relevant ist die potenzielle Atemwegsobstruktion bereits unmittelbar nach der Geburt, insbesondere bei neonataler Nasenatmung.
Klinisches Erscheinungsbild
Neugeborene mit bilateraler Choanalatresie zeigen typischerweise respiratorische Notlage, die sich beim Stillen verschlimmert und durch das Öffnen des Mundes gelindert wird. Ein charakteristisches Zeichen ist das anhaltende Schreien trotz ausreichender Sauerstoffzufuhr. Bei einseitiger Ausprägung können wiederkehrende nasale Obstruktion, Rhinitis oder wiederholte Sinusitis auftreten. Ohne chirurgische Intervention kann die Obstruktion zu chronischer Hypoxie und gestörter Nahrungsaufnahme führen.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf perinatale Atembeschwerden, Schwierigkeiten beim Stillen und eventuelle familiäre Auftretenshäufungen von Fehlbildungen. Klinisch wird ein fehlender Nasenfluss nach Absaugen des Nasensekretes geprüft; das Vorhandensein einer Luftströmung nur bei offenem Mund weist auf eine mögliche Choanalatresie hin. Endoskopische Untersuchung der Nasopharynx ermöglicht die direkte Visualisierung der Blockade und Differenzierung zwischen knöcherner und membranöser Form. Bildgebende Verfahren, insbesondere Computertomographie mit feinen Schichtdicken, dienen zur genauen Darstellung des anatomischen Ausmaßes und unterstützen die präoperative Planung.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen nasale Polypen, Septumdeviation, nasale Tumoren (z. B. Nasopharynxkarzinome), sowie funktionelle Ursachen wie nasale Obstruktion durch Schleimhautödem bei Infektionen. Im Gegensatz zur Choanalatresie zeigen diese Zustände meist eine zumindest teilweise nasale Luftströmung und lassen sich häufig mit konventionellen medikamentösen Therapien behandeln.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie besteht primär in einer chirurgischen Rekonstruktion der choanalen Passage, um die Atemwegsobstruktion zu beseitigen. Das operative Vorgehen richtet sich nach dem Ausmaß der Obstruktion (membranös vs. knöchern) und beinhaltet typischerweise eine transnasale oder transpalatinale Öffnung des Blockadengewebes, häufig kombiniert mit einer postoperativen Stentplatzierung zur Aufrechterhaltung der Patenz. Postoperative Nachsorge umfasst endoskopische Kontrollen und ggf. weitere Interventionen bei Rezidiven.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.