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Congenital Heart Block – Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard (Pädiatrie)
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Der kongenitale Herzblock (CHB) ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Störung der atrioventrikulären Leitung, die bereits im Fötus oder Neugeborenen auftritt. Er entsteht meist durch transplacentäre Autoantikörper, insbesondere anti‑SSA/Ro und anti‑SSB/La, welche bei mütterlichem systemischem Lupus erythematodes (SLE) oder Sjögren‑Syndrom vorkommen. Die Inzidenz liegt im europäischen Kontext im Bereich von wenigen Fällen pro 10 000 Lebendgeburten; die klinische Relevanz ergibt sich aus dem Risiko einer fetalen bzw. neonatalen Bradykardie, Herzinsuffizienz und erhöhten Mortalität.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch ist ein persistierender, meist zweiter‑ oder dritter‑gradiger AV‑Block, der bereits im Ultraschall des Fötus (ab etwa 18 Wochen Gestationsalter) nachgewiesen werden kann. Im Neugeborenen manifestiert sich häufig eine bradykarde Herzfrequenz (< 60 bpm), kühle Extremitäten und Zeichen einer reduzierten kardialen Output, die zu Herzinsuffizienz führen können. Der Verlauf ist in der Regel stabil; ein Fortschreiten von einem ersten‑ zu einem höheren Grad des Blocks ist selten, jedoch kann eine begleitende ventrikuläre Dysfunktion auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose basiert auf einer Kombination aus pränataler und postnataler Befundaufnahme. In der Anamnese wird insbesondere nach mütterlichen Autoimmunerkrankungen (SLE, Sjögren) und dem Vorhandensein von anti‑SSA/SSB‑Antikörpern gefragt. Der Ultraschall des Fötus mit Doppler‑Methode ermöglicht die Erfassung einer AV‑Verzögerung bzw. -Blockade. Nach der Geburt erfolgt ein 12‑Kanal‑EKG, das den Grad des AV‑Blocks bestätigt. Ergänzend können serologische Tests auf maternal übertragene Autoantikörper durchgeführt werden. Die Diagnosekriterien umfassen einen konstanten PR‑Intervall‑Verlängerung (bei erstgradigem Block) bzw. fehlende atriale bis ventrikuläre Überleitung bei höhergradigen Blöcken, nachgewiesene maternale Antikörper und Ausschluss anderer Ursachen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:
- Erworbener AV‑Block – meist medikamenten- oder ischämiebedingt, selten bereits im Neugeborenen.
- Fetale Tachyarrhythmien (z. B. supraventrikuläre Tachykardie) – zeigen erhöhte Herzfrequenz und unterschiedliche EKG-Morphologie.
- Kongenitale Herzfehler mit sekundärem AV‑Block, etwa bei Fallot‑Tetralogie oder atrialen Septumdefekten.
- Elektrolytstörungen (z. B. Hyperkaliämie) – können vorübergehende Leitungsstörungen verursachen, sind jedoch postnatal und reversibel.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem Schweregrad des Blocks und der begleitenden kardialen Funktion. Bei einem zweiten‑ oder dritten‑gradigen CHB ohne Herzinsuffizienz wird in der Regel ein permanent implantierbarer Herzschrittmacher (PIHS) empfohlen, um die Bradykardie zu korrigieren. Zeigt sich eine ventrikuläre Dysfunktion, kann vorübergehend eine medikamentöse Therapie mit β‑Adrenergenblockern oder Digoxin erwogen werden, wobei die Anwendung streng nach den jeweiligen Fachempfehlungen erfolgt. In Fällen, in denen ein transplacentärer Transfer von anti‑SSA/SSB‑Antikörper nachgewiesen ist, kann eine pränatale Behandlung mit Steroiden (z. B. Dexamethason) zur Reduktion des Entzündungsprozesses und zur Verhinderung einer Progression des Blocks eingesetzt werden; die Evidenz hierfür stammt aus klinischen Beobachtungen bei neonatalem Lupus.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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