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Drittgradiger Dammriss (O70.2) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 2
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- Sonstige Quelle: 1
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Ein Dammriss dritten Grades ist ein schwerer perinealer Riss, der sowohl die Haut und das Muskelfasziengewebe als auch den Analkanal bis zum Musculus sphincter ani externus umfasst. Er tritt bei vaginalen Geburten auf und stellt eine relevante Ursache für postpartale Morbidität dar, insbesondere in Bezug auf Schmerzen, Inkontinenz und sexuelle Dysfunktion. Die Prävalenz variiert je nach Population und Geburtspraktiken; Risikofaktoren umfassen operative Vaginalentbindung, Erstgebärende sowie ein hohes Geburtsgewicht.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch ist ein sofortiges Auftreten von starken perinealen Schmerzen nach der Entbindung. Sichtbare Risslinien können die Haut bis zum Analkanal durchziehen; häufig ist das äußere Gewebe teilweise oder vollständig gerissen, während der innere Schließmuskel beschädigt ist. Der betroffene Bereich kann Blutungen und ein tastbarer Defekt im Perineum aufweisen. Bei einem vollständigen dritten‑Grad-Riss lässt sich oft ein Verlust von Gewebsvolumen erkennen, und die Kontinenz des Analkanals kann beeinträchtigt sein.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt primär klinisch durch eine gründliche Inspektion und digitale Palpation des Perineums unmittelbar nach der Geburt. Dabei wird das Ausmaß des Risses beurteilt und zwischen teilweisem (3a) und vollständigem (3b) Durchtritt in den Schließmuskel unterschieden. Ergänzend können endoskopische Untersuchungen des Analkanals eingesetzt werden, um die Integrität des Musculus sphincter ani externus zu prüfen. Bildgebende Verfahren sind routinemäßig nicht erforderlich, dienen jedoch bei unklaren Befunden zur Abklärung.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Dammriss zweiten Grades: Beschränkt sich auf Haut und Muskelfasziengewebe ohne Beteiligung des Schließmuskels.
- Vordere Rektal‑Buttonhole-Läsion: Isolierter Riss der rektalen Schleimhaut, häufig mit intakter Muskulatur.
- Abdominale oder perineale Hämatome nach der Geburt, die ähnliche Schmerzen und Schwellungen verursachen können.
Die Unterscheidung basiert vor allem auf dem Ausmaß des muskulären Befalls und der Beteiligung des Analkanals.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach leitliniengerechten Standards. Primär erfolgt eine chirurgische Rekonstruktion unter lokaler oder spinaler Anästhesie, wobei das beschädigte Gewebe anatomisch wiederhergestellt wird. Die Nahttechnik beinhaltet schichtweise Verschlüsse von Muskulatur und Haut, um die Kontinuität des Schließmuskels zu gewährleisten. Nach der Operation werden prophylaktische Antibiotika verabreicht, um Infektionen vorzubeugen, und analgetische Maßnahmen zur Schmerztherapie eingesetzt. Postoperativ ist eine engmaschige Wundkontrolle wichtig; bei Anzeichen von Inkontinenz oder persistierenden Schmerzen können physiotherapeutische Interventionen wie Beckenbodentraining hinzugezogen werden.
Besondere Populationen
Zu diesem Thema liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Evidenzdaten für spezielle Subpopulationen vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
In den vorhandenen Quellen wird kein spezifischer Hinweis auf seltene Konstellationen oder aktuelle Leitlinienänderungen zum Dammriss dritten Grades gegeben.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.