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Divertikulitis mit Perforation, Abszess und Blutung – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
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In diesem Artikel
Übersicht
Divertikulitis des Darmes, nicht näher bezeichnet, mit Perforation, Abszess und Blutung ist eine akute Komplikation der Divertikelerkrankung, die zu einer signifikanten Morbidität führen kann. Sie tritt vorwiegend bei älteren Patienten auf, wobei das Auftreten in den westlichen Industrienationen aufgrund von Lebensstil‑ und Ernährungsfaktoren zunehmen kann. Die Kombination aus Perforation, Abszessbildung und gastrointestinaler Blutung stellt ein hohes Risiko für Sepsis und hämodynamische Instabilität dar und erfordert eine rasche klinische Einschätzung sowie ein koordiniertes therapeutisches Vorgehen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch beginnen Patienten mit plötzlich auftretenden, lokal begrenzten abdominalen Schmerzen im betroffenen Darmabschnitt, häufig begleitet von Fieber, Tachykardie und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Bei einer Perforation können Zeichen einer peritonalen Reizung (z. B. Abwehrspannung) auftreten, während ein intraabdomineller Abszess sich durch lokalisierte Druckschmerzhaftigkeit und eventuell eine tastbare Raumforderung äußern kann. Blutungen manifestieren sich als meläna oder makuläres Rektalblut, wobei schwere Blutverluste zu hämodynamischer Instabilität führen können. Der Krankheitsverlauf kann schnell von einer lokalen Entzündung zu einer systemischen Sepsis übergehen.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf akute abdominale Schmerzen, vorherige Divertikulitis‑Episoden und Risikofaktoren wie chronische Verstopfung oder entzündliche Darmerkrankungen. Klinisch wird die Abdomenuntersuchung nach Zeichen einer Peritonitis und lokaler Abwehrspannung durchgeführt. Laborparameter zeigen häufig eine Leukozytose, erhöhte C‑reaktives Protein und mögliche Nierenfunktionsstörungen bei systemischer Beteiligung. Bildgebend ist die Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel der Goldstandard zur Identifikation von Perforation, Abszessgröße und Blutungsquelle; sie ermöglicht zudem die Klassifizierung nach Hinz‑Klassifikationen. Endoskopische Untersuchungen werden nur in Ausnahmefällen durchgeführt, wenn eine sichere Beurteilung der Blutungsursache erforderlich ist.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute Appendizitis (bei rechtsseitigem Schmerz), kolikartige Ileusformen, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, ischämische Kolitis sowie perforierte Malignome des Dickdarms. Die Unterscheidungsmerkmale liegen in der Lokalisation des Schmerzes, dem Vorhandensein von systemischen Entzündungszeichen und den charakteristischen Befunden in der Bildgebung (z. B. segmentale Wandverdickung bei Morbus Crohn versus fokale Perforationszeichen bei Divertikulitis).
Therapie
Die initiale Behandlung richtet sich nach Schweregrad und klinischem Zustand. Bei hämodynamischer Stabilität, begrenztem Abszess (<4 cm) und fehlender generalisierter Peritonitis wird eine konservative medikamentöse Therapie bevorzugt. Leitliniengerechte Antibiotikatherapie umfasst ein Breitbandantibiotikum mit anaerober Wirksamkeit; amoxicillin kann in Kombination mit einem β‑Lactamase‑Inhibitor eingesetzt werden, sofern keine Allergie besteht. Bei größerem Abszess oder fehlender klinischer Besserung ist eine perkutane Drainage unter Bildgebungskontrolle indiziert. Eine perforationsbedingte generalisierte Peritonitis erfordert in der Regel einen chirurgischen Eingriff (z. B. Hartmann-Procedure oder primäre Anastomose), kombiniert mit perioperativer Antibiotikaprophylaxe.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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