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Divertikulitis K57.93 – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
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In diesem Artikel
Übersicht
Divertikulitis des Darmes, Teil nicht näher bezeichnet, ohne Perforation oder Abszess, mit Blutung ist eine entzündliche Komplikation von Divertikeln, die häufig im Kolon auftritt. Die Prävalenz steigt mit dem Lebensalter und erreicht in Industrienationen bei Personen über 60 Jahren relevante Werte. Klinisch relevant ist die Kombination aus lokaler Entzündung und gastrointestinaler Blutung, da sie das Risiko für Anämie, hämodynamische Instabilität und Progression zu perforierenden Formen erhöht.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch sind plötzlich auftretende linksseitige Unterbauchschmerzen, häufig begleitet von rektalem Blut oder meläsem Stuhl. Die Schmerzcharakteristik ist meist konstant, kann jedoch sekundär diffus werden. Begleitend können Fieber, Tachykardie und ein milder Anstieg der Entzündungsparameter auftreten. Der Verlauf ist häufig subakut; bei unzureichender Therapie kann sich eine Perforation oder ein Abszess entwickeln.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf akute abdominale Schmerzen, Blutungen sowie vorherige Episoden von Divertikulitis. Klinisch wird der Bauch abgetastet; Druckschmerz im linken Unterbauch ist charakteristisch. Laborbefunde zeigen häufig eine Leukozytose und ein erhöhtes C‑reaktives Protein, während die Hämoglobinwerte je nach Blutungsintensität reduziert sein können. Bildgebend ist das abdominale CT mit Kontrastmittel der Goldstandard zur Bestätigung einer nicht perforierten Divertikulitis und zum Nachweis von Blutungen; es schließt Abszesse und freie Luft aus. Endoskopische Untersuchung wird in der akuten Phase selten durchgeführt, kann jedoch nach klinischer Stabilisierung zur Ausschlussdiagnostik von malignen Läsionen eingesetzt werden.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen kolorektale Neoplasien mit Blutung, ischämische Kolitis, infektiöse Kolitis (z. B. Clostridioides‑difficile), entzündliche Darmerkrankungen sowie gastrointestinale Ulzera. Charakteristische Unterscheidungsmerkmale sind das Vorhandensein von Divertikeln im Bildgebungsergebnis, das Fehlen von systemischen Entzündungszeichen bei reinen Blutungsquellen und die unterschiedliche Lokalisation der Schmerzen.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie einer nicht perforierten, nicht abszesshaften Divertikulitis mit Blutung besteht aus einer Kombination von Flüssigkeits‑ und Elektrolytausgleich sowie einer antibiotischen Behandlung. Amoxicillin wird in diesem Kontext häufig als Basisantibiotikum eingesetzt; die Auswahl richtet sich nach lokaler Resistenzlage und Patientenkonstitution. Zusätzlich wird eine symptomatische Therapie der Blutung durchgeführt, wobei bei anhaltender Hämatochezie ggf. eine endoskopische Intervention erwogen werden muss. Bei stabilen Patienten kann die Behandlung ambulant erfolgen, während bei hämodynamischer Instabilität oder fortschreitender Anämie ein stationärer Aufenthalt indiziert ist.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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