Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Divertikulitis des Dickdarms mit Perforation, Abszess und Blutung – Diagnostik & Therapie-Standard (ICD‑10 K57.23)

Stärkste Quellenart: Sonstige Quelle
  • Sonstige Quelle: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Divertikulitis des Dickdarms mit Perforation, Abszess und Blutung ist eine akute Komplikation der Divertikelerkrankung, die vor allem bei älteren Menschen auftritt. Die Prävalenz von Divertikeln im Westen liegt bei über 50 % im höheren Lebensalter; davon entwickeln ein kleiner Prozentsatz komplikative Entzündungen. Das Vorliegen einer Perforation, eines intraabdominellen Abszesses oder einer gastrointestinalen Blutung erhöht die Morbidität und Mortalität signifikant und erfordert eine rasche diagnostische Abklärung sowie ein interdisziplinäres Management.

Klinisches Erscheinungsbild

Patient*innen präsentieren sich typischerweise mit plötzlich auftretenden, fokal begrenzten Bauchschmerzen im linken Unterbauch, begleitet von Fieber, Übelkeit und ggf. Erbrechen. Bei einer Perforation kann eine ausstrahlende, diffuse Abdominalschmerzlage sowie ein freier Luftbefund im Abdomen vorliegen. Ein intraabdomineller Abszess manifestiert sich häufig durch lokale Schwellung, Rötung und Druckdolenz über dem betroffenen Segment. Blutungen äußern sich klinisch als hämatocheziale Stühle oder melänoide Erbrechen bei Beteiligung des proximalen Dickdarms. Der Verlauf kann rasch von einer unkomplizierten lokalen Entzündung zu einer systemischen Sepsis eskalieren, wenn die Komplikationen nicht zeitnah behandelt werden.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf akute abdominale Schmerzen, vorherige Divertikel‑Erkrankungen und Risikofaktoren wie ballaststoffarme Ernährung oder chronische Entzündungsprozesse. Klinisch wird eine Abdominaluntersuchung mit Fokus auf Tenderness im linken Unterbauch durchgeführt; bei Perforation kann ein Tympanismus über dem Abdomen auffallen. Laborchemisch zeigen sich häufig Leukozytose, erhöhte C‑reaktive Proteinwerte und ggf. Anämie bei Blutverlust. Bildgebend ist die Computertomographie (CT) des Abdomens mit Kontrastmittel der Goldstandard: Sie ermöglicht die Darstellung von entzündeten Divertikeln, perikolischen Luftansammlungen (Perforation), abdominellen Flüssigkeits- bzw. Abszesslokalisationen und aktiven Blutungsquellen. Endoskopische Untersuchung ist bei Verdacht auf aktive Blutung indiziert, jedoch nicht bei gesicherter Perforation wegen perforationsrisiko.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute Appendizitis (insbesondere bei rechtsseitiger Schmerzlokalisation), kolikartige Ileusformen, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, ischämische Kolitis und gastrointestinale Malignome. Die Unterscheidungsmerkmale liegen in der Schmerzlokalisation, dem Vorhandensein von Blut im Stuhl, bildgebenden Befunden (z. B. typische “target sign” bei Ischämie) sowie klinischen Kontexten wie Vorerkrankungen und Risikofaktoren.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Komplikationslage. Bei unkomplizierter lokaler Divertikulitis erfolgt eine leitliniengerechte antibiotische Therapie, wobei Amoxicillin als Basisantibiotikum in den geprüften Quellen genannt wird. Bei Perforation, intraabdominellem Abszess oder signifikanter Blutung ist eine stationäre Aufnahme zwingend. Eine initiale breitbandige intravenöse Antibiotikatherapie wird empfohlen, gefolgt von einer gezielten Umstellung auf orale Substanzen nach klinischer Stabilisierung. Chirurgische Interventionen sind indiziert bei freier Perforation (Explorative Laparotomie oder laparoskopische Resektion), nicht drainierbaren Abszessen und anhaltender Blutung trotz konservativer Maßnahmen. Bei kleineren, drainierbaren Abszessen kann perkutane Drainage unter CT‑Leitung ausreichend sein. Postoperativ wird eine antibiotische Anschlussbehandlung bis zur klinischen Remission fortgeführt.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.