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Divertikulitis des Dickdarms mit Perforation und Abszess – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard (ICD‑10 K57.22)
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Übersicht
Divertikulitis des Dickdarms mit Perforation und Abszess ist eine komplikative Form der Divertikelentzündung, die durch Durchbruch der Darmwand und sekundäre lokale oder peritoneale Eiteransammlungen gekennzeichnet ist. Die Prävalenz steigt mit dem Lebensalter; bei Personen über 60 Jahren liegt die Inzidenz signifikant höher als in jüngeren Altersgruppen. Klinisch relevant ist das Risiko einer generalisierten Peritonitis, Sepsis und langfristiger Morbidität, wodurch eine rasche Diagnostik und Therapie erforderlich sind.
Klinisches Erscheinungsbild
Patienten präsentieren sich typischerweise mit akuten, rechts- oder linksseitigen Unterbauchschmerzen, die plötzlich auftreten und zunehmen können. Begleitend treten Fieber, Tachykardie und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf. Palpatorisch kann eine fokale Abwehrspannung über dem betroffenen Segment nachweisbar sein; bei fortgeschrittener Perforation kann eine diffuse Bauchfellentzündung vorliegen. Der klinische Verlauf ist häufig schnell eskalierend, insbesondere wenn ein abgekapselter Abszess entsteht.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf wiederkehrende Divertikulitis, Risikofaktoren wie ballaststoffarme Ernährung und Komorbiditäten. Körperliche Untersuchung bestätigt Schmerzen, lokale Abwehrspannung und evtl. einen druckschmerzhaften Abdomenbereich. Laborchemisch zeigen sich erhöhte Entzündungsparameter (Leukozytose, CRP). Bildgebend ist die Computertomographie mit Kontrastmittel der Goldstandard; sie visualisiert entzündete Divertikel, freie Luft als Hinweis auf Perforation sowie abgekapselte Flüssigkeitssammlungen. Die Diagnose wird gestellt, wenn klinische Zeichen einer Entzündung zusammen mit bildgebenden Befunden einer perforierten Divertikulitis und eines Abszesses vorliegen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute Appendizitis (insbesondere bei rechtsseitigem Befund), kolikartige Ileusursachen, Kolonkarzinom mit Obstruktion, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und divertikuläre Blutungen ohne Perforation. Die Unterscheidung basiert auf Lokalisation der Schmerzen, bildgebenden Merkmalen (z. B. Tumorverdickung vs. Abszess) und dem Vorhandensein freier Luft.
Therapie
Die leitliniengerechte Behandlung einer perforierten Divertikulitis mit Abszess umfasst zunächst eine intravenöse antibiotische Standardtherapie, zu der Amoxicillin als Basisantibiotikum gehört. Zusätzlich wird bei klinischer Instabilität oder großvolumigem Abszess ein chirurgisches Eingreifen empfohlen, das von perkutaner Drainage bis hin zu resektiver Kolonoperation reichen kann. Die Wahl zwischen konservativer und operativer Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Perforation, Größe des Abszesses und dem Allgemeinzustand des Patienten.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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