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Divertikulitis des Dünndarms mit Perforation, Abszess und Blutung – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard (ICD‑10 K57.03)
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Übersicht
Divertikulitis des Dünndarmes mit Perforation, Abszess und Blutung ist eine seltene Komplikation der Dünndarmdivertikel, die vor allem im Jejunum oder Ileum auftreten kann. Während Divertikel des Dickdarms häufig vorkommen, sind Dünndarmdivertikel epidemiologisch weniger verbreitet; sie werden meist im mittleren Lebensalter diagnostiziert und zeigen eine höhere Prävalenz bei Männern. Die Kombination von Perforation, Abszessbildung und gastrointestinaler Blutung erhöht die Morbidität erheblich und erfordert ein schnelles klinisches Handeln.
Klinisches Erscheinungsbild
Patient*innen mit perforierter Dünndarmdivertikulitis präsentieren sich typischerweise mit akuten abdominalen Schmerzen, die zunächst periumbilikal beginnen und dann zu einer diffusen Abdominaldistension führen können. Begleitend treten Fieber, Tachykardie und ein erhöhter Entzündungsparameter im Blutbild auf. Bei gleichzeitiger Blutung äußert sich häufig eine meläna oder hämatochezie, wobei die Blutungsquelle aufgrund der anatomischen Lage schwer zu lokalisieren sein kann. Der klinische Verlauf ist häufig abrupt, mit rascher Verschlechterung zum septischen Schock bei unbehandelter Perforation.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf plötzlich einsetzende Bauchschmerzen, vorherige Episoden von Divertikulitis oder bekannte Dünndarmdivertikel. Die körperliche Untersuchung zeigt häufig Abwehrspannung und Druckempfindlichkeit im betroffenen Segment. Laborchemisch sind Leukozytose, erhöhte C‑reaktive Proteinwerte und ggf. Anämie bei Blutverlust zu erwarten. Bildgebend ist die Computertomographie mit Kontrastmittel der Goldstandard: Sie visualisiert entzündete Divertikel, freie Luft im Peritoneum (Perforation), rimmtumörige Flüssigkeitsansammlungen (Abszess) und kann aktive Blutungen darstellen. Endoskopische Verfahren sind aufgrund des Risikos einer Verschlimmerung selten indiziert.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen perforierte Appendizitis, entzündliche Darmerkrankungen mit Perforation (z. B. Morbus Crohn), mesenteriale Ischämie und perforierte Meckel-Divertikel. Die Unterscheidung erfolgt primär über die Bildgebung: Bei einer Appendizitis liegt das entzündete Segment typischerweise im rechten Unterbauch, während Dünndarmdivertikulitis periumbilikal bis epigastrisch zu finden ist. Morbus Crohn zeigt segmentale Wandverdickungen und Fisteln, mesenteriale Ischämie präsentiert sich mit „thumbprinting“ und fehlender Kontrastaufnahme des betroffenen Segments.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Komplikation. Bei stabilen Patient*innen ohne Anzeichen einer generalisierten Peritonitis wird eine konservative Therapie empfohlen, die intravenöse Breitbandantibiotika mit anaeroben und gram‑negativen Abdeckung umfasst sowie Flüssigkeits- und Schmerzmanagement einschließt. Bei Nachweis einer freien Luft im Abdomen, ausgedehnten Abszessen oder anhaltender Blutung ist ein chirurgischer Eingriff indiziert. Die operative Strategie kann von einer laparoskopischen Resektion des betroffenen Dünndarmsegments bis zu einer offenen Segmentresektion reichen, je nach Lokalisation und Ausdehnung der Läsion. Bei persistierender Infektion trotz konservativer Therapie sollte eine perkutane Drainage des Abszesses in Erwägung gezogen werden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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