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Divertikulitis des Dünndarms mit Perkusion und Abszess – Diagnostik & Therapie-Standard (ICD‑10 K57.02)

Stärkste Quellenart: Sonstige Quelle
  • Sonstige Quelle: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Divertikulitis des Dünndarms mit Perforation und Abszess ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Entzündung der kleinen Darmdivertikel, die zu einer lokalen Gewebezerstörung führt. Epidemiologisch treten Dünndarmentzündungen dieser Art vorwiegend bei älteren Patienten auf; das absolute Auftreten liegt deutlich unter dem von Kolon-Divertikulitis. Klinisch relevant ist insbesondere das Risiko für Sepsis und peritonale Komplikationen, die eine rasche Diagnostik und Therapie erfordern.

Klinisches Erscheinungsbild

Patienten präsentieren sich häufig mit akuten abdominalen Schmerzen im rechten bzw. mittleren Oberbauch, begleitet von Fieber, Tachykardie und allgemeinem Krankheitsgefühl. Der Schmerz ist meist konstant und kann sich bei Perforation zu einer peritonalen Abwehrreaktion ausweiten. Laborchemisch zeigen sich erhöhte Entzündungsparameter (Leukozytose, CRP). Ohne Blutung fehlt ein Hinweis auf hämorrhagische Komplikationen; die klinische Dynamik wird jedoch durch das Vorhandensein eines Abszesses und möglicher Perforation bestimmt.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf plötzlich auftretende abdominale Schmerzen, vorherige Divertikel-Erkrankungen und Risikofaktoren wie chronische Verstopfung. Klinisch erfolgt die Untersuchung mit Fokus auf lokale Druckschmerzhaftigkeit, Abwehrspannung und ggf. Palpation eines abdominellen Masses. Laborwerte dienen der Entzündungsdiagnostik; Bildgebende Verfahren sind essenziell: Kontrast‑enhancierte Computertomographie des Abdomens ist Goldstandard zur Identifikation von Divertikulitis, Perforationszeichen (Freie Luft) und Abszesslokalisation. Sonografie kann ergänzend bei schwerer Niereninsuffizienz eingesetzt werden. Diagnosekriterien umfassen klinische Entzündungszeichen plus bildmorphologische Evidenz einer entzündeten Dünndarmdivertikel mit begleitender Perforation oder Abszessbildung.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:

  • Akute Appendizitis (lokalisierter RLQ-Schmerz, fehlende Divertikulitis‑Typen)
  • Ileus durch mechanische Obstruktion (veränderte Darmgeräusche, Dilatation im Bild)
  • Perforiertes Duodenengeschwür (häufigere Oberbauchlage, endoskopischer Befund)
  • Mesenterialinfarkt (plötzlicher Schmerz ohne initiale Entzündungsparameter)
  • Kolonische Divertikulitis mit sekundärer Dünndarmentzündung (Unterscheidung über Bildgebung)

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie umfasst zunächst eine breitbandige antibiotische Abdeckung, wobei Amoxicillin als Basis‑Therapeutikum genannt wird. Bei Perforation und Abszess ist zusätzlich die chirurgische Intervention indiziert: kleinere, lokalisierte Abszesse können perkutane Drainage erhalten, während größere oder diffuse Perforationen meist einen offenen oder laparoskopischen Eingriff erfordern. Postoperativ wird die antibiotische Therapie fortgeführt bis klinische Stabilisierung und Normalisation der Entzündungsparameter erreicht ist. Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement sowie Schmerztherapie sind integrale Bestandteile.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.