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Divertikulitis des Dünn‑ und Dickdarms mit Perforation, Abszess und Blutung – Diagnostik & Therapie‑Standard
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In diesem Artikel
Übersicht
Divertikulitis bezeichnet die entzündliche Komplikation von Divertikeln, die sowohl im Dünndarm (meist Ileum) als auch im Dickdarm auftreten kann. Während die kolorektale Divertikulitis in Europa häufiger ist, nimmt die Prävalenz der Dünndarmentwicklung mit dem demografischen Wandel zu. Klinisch relevant sind akute Komplikationen wie Perforation, Abszessbildung und Blutung, die eine hohe Morbidität und Mortalität bedingen können.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome einer Divertikulitis umfassen plötzlich einsetzende, lokalisierte abdominale Schmerzen, häufig im linken Unterbauch bei kolorektaler Beteiligung bzw. im rechten Unterbauch bei Dünndarmentzündung. Begleitend können Fieber, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Bei perforierter Divertikulitis entwickelt sich ein akutes Abdomen mit peritonalen Abwehrzeichen. Ein intraabdomineller oder retroperitonealer Abszess kann zu lokalisierter Schwellung, Druckempfindlichkeit und ggf. einem tastbaren Fluktuationsgefühl führen. Blutungen manifestieren sich als marone Stühle oder meläna bei kolorektaler Beteiligung; seltene hämatocheziale Manifestationen können auch beim Dünndarm auftreten.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf akute abdominale Beschwerden, vorherige Episoden von Divertikulitis und Risikofaktoren wie Alter, ballaststoffarme Ernährung und chronische Entzündungen. Klinisch wird die Schmerzlokalisation, das Vorhandensein von Abwehrspannung sowie Zeichen einer peritonalen Reizung beurteilt. Laborchemisch zeigen sich häufig eine Leukozytose mit Linksverschiebung und erhöhte C‑reaktive Proteinwerte; bei Blutung kann ein Anämie-Befund bestehen. Bildgebend ist die Computertomographie (CT) des Abdomens mit Kontrastmittel der Goldstandard zur Identifikation von entzündeten Divertikeln, Perforation, Abszessen und Blutungen. Bei Unsicherheit oder Kontraindikationen gegenüber CT kann eine Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt werden. Endoskopisch wird die Kolonoskopie in der akuten Phase meist vermieden, um das Risiko einer iatrogenen Perforation zu minimieren; sie dient jedoch nach Abklingen der Entzündung zur Evaluation von Komorbiditäten.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute Appendizitis (rechtsseitiger Schmerz bei Dünndarmentzündung), entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, kolikartige Ileusursachen, Ischämie des Darms sowie intraabdominelle Tumoren. Perforierte Ulcera oder divertikuläre Blutungen müssen von anderen Quellen gastrointestinaler Blutungen (z. B. Ösophagusvarizen) unterschieden werden. Bildgebende Befunde und klinische Kontextualisierung ermöglichen die Differenzierung.
Therapie
Die initiale Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Bei unkomplizierter Divertikulitis ohne Perforation, Abszess oder Blutung erfolgt eine leitliniengerechte medikamentöse Standardtherapie mit einem Breitbandantibiotikum, das gegen grampositive und gramnegative Erreger wirksam ist; amoxicillin kann in geeigneten klinischen Situationen eingesetzt werden. Bei komplizierten Verläufen (Perforation, Abszess > 3 cm, anhaltende Blutung) wird eine intravenöse antibiotische Therapie kombiniert mit chirurgischer Intervention, die je nach Lokalisation und Ausdehnung von einer laparoskopischen Resektion bis hin zu einer offenen Hartmann-Operation reichen kann. Bei kleineren, percutan abgrenzbaren Abszessen ist ein drainierender Eingriff unter Bildkontrolle möglich. Blutungen erfordern ggf. endoskopische Therapie oder angiographisch gesteuerte Embolisation.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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