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Divertikulose des Dickdarms (K57.30): Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Sonstige Quelle
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In diesem Artikel
Übersicht
Divertikulose des Dickdarms bezeichnet das Vorhandensein zahlreicher Ausstülpungen (Divertikel) der Darmwand ohne entzündliche Komplikationen wie Perforation, Abszess oder Blutung. Die Prävalenz steigt mit dem Lebensalter und liegt in westlichen Populationen bei über 50 % im höheren Erwachsenenalter. Obwohl die Erkrankung häufig asymptomatisch bleibt, kann sie zu wiederkehrenden Bauchbeschwerden führen und das Risiko für eine spätere Divertikulitis erhöhen.
Klinisches Erscheinungsbild
Patientinnen und Patienten mit nicht komplikierter Divertikulose berichten meist unspezifische Beschwerden wie leichte Oberbauch- oder Linksunterbauchsymptomatik, Völlegefühl oder gelegentliche Veränderungen der Stuhlkonsistenz. Objektiv finden sich häufig keine pathologischen Befunde; die körperliche Untersuchung ist in der Regel unauffällig. Der Krankheitsverlauf ist meist chronisch‑stabil, wobei episodische Beschwerden auftreten können, ohne dass eine akute Entzündung nachgewiesen wird.
Diagnostik
Die Diagnose beruht primär auf bildgebenden Verfahren. In der klinischen Routine wird häufig die Koloskopie eingesetzt, bei der charakteristische Ausstülpungen der Darmwand sichtbar werden. Alternativ liefert das Computertomogramm (CT) des Abdomens in nicht kontrastierter Technik eindeutige Befunde von Divertikeln ohne Zeichen einer Entzündung. Anamnestisch sind Alter, Ernährungsgewohnheiten und frühere gastrointestinale Beschwerden zu erheben; laborchemische Parameter zeigen bei reiner Divertikulose keine spezifischen Abweichungen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Divertikulitis – gekennzeichnet durch entzündliche Befunde, Schmerzen, Fieber und Laborzeichen einer Entzündung.
- Reizdarmsyndrom – häufig mit ähnlichen Bauchbeschwerden, jedoch ohne strukturelle Veränderungen im Bildgebungsbefund.
- Kolorektales Karzinom – kann ähnliche Symptome hervorrufen; Differenzierung erfolgt durch gezielte Endoskopie und Biopsie.
Die Unterscheidung basiert vor allem auf dem Vorhandensein entzündlicher Zeichen, systemischer Symptome und bildgebender Befunde.
Therapie
Für die nicht komplikative Divertikulose wird eine symptomorientierte, leitliniengerechte Therapie empfohlen. Der Fokus liegt auf einer ballaststoffreichen Ernährung zur Verbesserung der Stuhlpassage sowie ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Körperliche Aktivität wird als unterstützend angesehen. Medikamentös kann bei akuten Beschwerden ein kurzzeitiger Einsatz von nicht‑steroidalen Antirheumatika oder krampflösenden Präparaten erwogen werden, wobei die Evidenzlage hierfür begrenzt ist. Eine prophylaktische antibiotische Therapie ohne Anzeichen einer Entzündung wird nicht empfohlen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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