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Divertikulose des Dickdarms mit Blutung – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard (K57.31)
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In diesem Artikel
Übersicht
Divertikulose des Dickdarms beschreibt das Vorhandensein von Ausstülpungen (Divertikeln) in der Darmwand, die meist asymptomatisch verlaufen. In der deutschen Bevölkerung nimmt die Prävalenz mit dem Alter zu und liegt bei über 50 % im höheren Lebensalter. Klinisch relevant wird die Divertikulose, wenn Komplikationen wie Blutungen auftreten, ohne dass eine Perforation oder ein Abszess vorliegt. Die blutende Divertikulose stellt einen häufigen Grund für akute gastrointestinale Blutungen dar und erfordert eine gezielte Diagnostik sowie Therapie.
Klinisches Erscheinungsbild
Bei einer divertikulären Blutung äußern sich meist plötzlich auftretende, frische oder teils geronnene Blutstühle (Hämatochezie) oder meläna bei proximalen Läsionen. Der Patient kann blass und tachykard sein, wobei ein signifikanter Hämoglobinabfall häufig erst nach mehreren Stunden erkennbar ist. Die Blutung verläuft in der Regel episodisch und stoppt spontan; jedoch können wiederholte Episoden auftreten. Begleitend können leichte Bauchschmerzen im linken Unterbauch vorkommen, ohne Anzeichen einer Peritonitis.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf akute Blutungszeichen, frühere divertikuläre Erkrankungen sowie Risikofaktoren wie ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel. Die körperliche Untersuchung sollte insbesondere nach Zeichen einer intraabdominellen Entzündung suchen; das Fehlen von Abwehrspannung spricht gegen eine Perforation. Laboruntersuchungen umfassen Blutbild (zur Bestimmung des Anämiegrades), Gerinnungsstatus und ggf. Nierenfunktion, um die Therapieplanung zu unterstützen. Bildgebend wird in der akuten Phase häufig eine Koloskopie eingesetzt, um die Quelle der Blutung zu lokalisieren; bei unklarer Situation kann ein CT-Angiogramm zur Identifikation aktiver Blutungen herangezogen werden. Die Diagnose Divertikulose mit Blutung wird gestellt, wenn endoskopisch divertikuläre Läsionen mit Blutungszeichen nachgewiesen werden und andere Ursachen ausgeschlossen sind.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen kolorektale Karzinome, die ebenfalls Blutungen verursachen können; Angiodysplasien, die häufig im rechten Kolon auftreten; entzündliche Darmerkrankungen mit Ulzerationen; Ischämie des Kolons sowie Analfissuren und Hämorrhoiden. Endoskopisch lässt sich eine Divertikelblutung durch das Vorhandensein von Blut in einem Divertikel oder sichtbare aktive Blutungsstelle unterscheiden, während Tumoren typischerweise feste Läsionen mit unregelmäßigen Rändern zeigen.
Therapie
Die leitliniengerechte Ersttherapie einer divertikulären Blutung besteht aus stabilisierender Maßnahmen (Volumenersatz, ggf. Transfusion) und einer prompten endoskopischen Intervention. Bei sichtbarer Blutungsquelle wird meist ein thermisches oder mechanisches Hämostaseverfahren eingesetzt, um die Blutung zu stillen. Sollte die Endoskopie nicht erfolgreich sein oder die Blutung erneut auftreten, kann eine angiographische Embolisation in Erwägung gezogen werden. Antibiotika sind bei rein blutender Divertikulose ohne Anzeichen einer Infektion nicht indiziert. Patienten erhalten zudem allgemeine Empfehlungen zur Ernährung (ballaststoffreiche Kost) und Lebensstiländerungen, um das Risiko weiterer Komplikationen zu reduzieren.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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