Wissensartikel · DE
Dyshidrose (L30.1) – Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 2
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
- Sonstige Quelle: 1
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Dyshidrose, auch pompholyx genannt, ist eine chronisch‑rezidivierende vesikuläre Dermatitis der Hand- und Fußflächen. Sie tritt überwiegend im jungen Erwachsenenalter auf, wobei ein leichtes weibliches Übergewicht besteht. Die Erkrankung ist klinisch bedeutsam, weil sie häufig zu starkem Juckreiz, sekundären Infektionen und Einschränkungen beruflicher Tätigkeiten führt.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind plötzlich auftretende, kleine, stark juckende Bläschen (1–3 mm Durchmesser), die primär an den Hand- und Fußsohlen erscheinen. Die Läsionen können sich zu größeren, flüssigkeitsgefüllten Vesikeln entwickeln und nach ein bis zwei Wochen verkrusten. Der Verlauf ist gekennzeichnet durch wiederholte Schübe mit symptomfreier Interphase. Oft wird eine saisonale Verschlimmerung im Frühjahr bzw. Herbst beobachtet.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Auftreten von vesikulären Exanthemen an den Hand‑/Fußflächen, Triggerfaktoren wie Stress, Schwitzen oder Kontaktallergene sowie familiäre Vorbelastung. Klinisch zeigt die Untersuchung gruppierte Vesikel mit klarer Begrenzung und fehlender Ausbreitung über andere Hautareale. Labor- bzw. apparative Untersuchungen sind in der Regel nicht notwendig; sie dienen lediglich dem Ausschluss differenzialdiagnostischer Erkrankungen (z. B. Pilzinfektionen). Die Diagnose wird primär klinisch gestellt, basierend auf den typischen Befunden.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Dyshidrotisches Ekzem anderer Ursache (z. B. allergische Kontaktdermatitis) – meist mit klar identifizierbarem Allergen und breiterem Hautbefall.
- Pompholyx‑ähnliche Präsentationen bei atopischer Dermatitis – häufig begleitend durch andere eczematöse Läsionen.
- Pilzinfektionen der Hand‑/Fußsohlen – Nachweis von Hefepilzen im Mikroskop oder Kultur.
- Vesikuläre Bullous‑Dermatosen (z. B. Pemphigus vulgaris) – Autoantikörpernachweis und ausgedehntere Hautbeteiligung.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht zunächst in topischer Kortikosteroidbehandlung, um die Entzündungsreaktion zu dämpfen und den Juckreiz zu reduzieren. Bei schweren oder therapieresistenten Verläufen können systemische Optionen erwogen werden, wobei ein individueller Nutzen‑Risiko‑Abwägung zugrunde liegt. Zusätzlich wird das Hautpflegekonzept mit regelmäßiger Feuchtigkeitszufuhr und Vermeidung von bekannten Triggerfaktoren empfohlen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.