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Elektiv offenes Sternum nach thoraxchirurgischem Eingriff – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie-Standard (M96.80)
Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 3
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Elektiv offen belassenes Sternum nach thoraxchirurgischem Eingriff beschreibt die Situation, in der das Brustbein nach einer sternotomischen Operation nicht primär verschlossen wird, sondern bewusst offen bleibt, um postoperative Komplikationen wie Infektionen oder hämodynamische Instabilität zu vermeiden. In den verfügbaren Fallberichten wird dieses Vorgehen selten beschrieben und findet hauptsächlich Anwendung bei schweren Traumata des Sternums oder in Kombination mit komplexen kardiovaskulären Reparaturen. Die Häufigkeit ist nicht quantifiziert; die klinische Relevanz liegt vor allem in der Reduktion von mediastinalen Infektionen, jedoch besteht ein erhöhtes Risiko für Thoraxinstabilität und Schmerzen.
Klinisches Erscheinungsbild
Patient*innen mit offen belassenem Sternum zeigen typischerweise postoperativen Schmerz im Brustbereich, lokale Schwellung und mögliche Instabilitätsgefühle beim Atmen oder Husten. In den beschriebenen Fällen von sternalen Frakturen nach Trauma traten zudem Hautveränderungen und offene Wunden auf. Der Verlauf kann durch sekundäre Infektionen oder verzögerte Knochenheilung kompliziert werden, wobei die klinische Präsentation stark vom Ausmaß der Verletzung abhängt.
Diagnostik
Die Anamnese umfasst das operative Protokoll (Sternotomie, Zeitpunkt des Offenbleibens) sowie mögliche Traumafolgen. Klinisch wird das Sternum auf Instabilität, offene Wunden und Zeichen einer Infektion untersucht. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder CT des Thorax dienen der Beurteilung von Frakturen, Dislokationen und eventuellen Weichteilverletzungen. Laborparameter (Entzündungsmarker) unterstützen die Diagnose einer möglichen mediastinalen oder kutanen Infektion.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen primäre sternalen Osteomyelitis, posttraumatische Mediastinitis, Rippenfrakturen mit sekundärer Thoraxinstabilität sowie neoplastische Prozesse des Sternums. Die Unterscheidung erfolgt anhand der Bildgebung (Fraktur vs. Tumor), Laborwerte (Entzündungsparameter) und klinischen Zeichen (offene Wunde vs. geschlossene Fraktur).
Therapie
Die therapeutische Vorgehensweise richtet sich nach dem Vorhandensein von Infektionen, Instabilität und dem allgemeinen klinischen Zustand. Bei offener Thoraxwunde wird zunächst eine sterilisierte Wundversorgung und ggf. lokale Antibiotikatherapie durchgeführt, wobei die Wahl der Antibiotika an den lokalen Erregerprofilen ausgerichtet ist. Stabilisierung des Sternums kann durch externe Fixation oder temporäre Platten erfolgen, bis eine definitive Verschluss‑ bzw. Rekonstruktionschirurgie möglich ist. Die postoperative Schmerztherapie erfolgt nach gängigen Analgesiekonzepten für thoraxchirurgische Patienten.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Die vorhandenen Fallberichte beschreiben seltene Kombinationen von sternaler Fraktur nach schwerem Trauma und gleichzeitiger aortaler Dissektion oder malignen Tumoren des Sternums. In diesen Einzelfällen wurde das offene Belassen des Sternums als temporäre Maßnahme gewählt, um eine sofortige chirurgische Revision zu ermöglichen. Eine systematische Evidenzbasis für diese Praxis fehlt bislang vollständig.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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