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Endometriose (ICD‑10 N80): Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Leitlinie oder Konsensus
  • Leitlinie oder Konsensus: 2
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Übersichtsarbeit: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-059492

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Endometriose ist eine chronisch‑entzündliche, estrogenabhängige Erkrankung, bei der funktionelles Endometriumgewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle implantiert wird. Die Prävalenz liegt weltweit bei etwa 10 % der reproduktionsfähigen Frauen; in deutschen Studien werden ähnliche Zahlen berichtet. Klinisch relevant ist die häufige Assoziation mit chronischen Beckenschmerzen, Dysmenorrhoe und Infertilität, was zu erheblichem Qualitätsverlust und hohen Gesundheitskosten führt.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen dysmenstruelle Schmerzen, tiefe zyklisch verstärkte Beckenschmerzen, dyspareunie sowie chronische Unterbauchbeschwerden. Bei tief infiltrierender Endometriose (DE) können zudem gastrointestinale oder urologische Beschwerden auftreten, etwa Schmerzen beim Stuhlgang oder häufiges Wasserlassen. Der Krankheitsverlauf ist häufig schubweise; Symptome können sich im Laufe der Jahre verstärken und zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf einer Kombination aus Anamnese, klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Die transvaginale Sonographie (TVS) ist das erste bildgebende Mittel zur Erfassung von Ovarialzysten („Endometriome“) und kann bei erfahrenen Untersuchern auch tiefe Infiltrationen im retrozervikalen Raum darstellen. Magnetresonanztomografie (MRT) nach ESUR‑Konsensusprotokoll bietet eine höhere Sensitivität für die Beurteilung von tief infiltrierender Endometriose in allen betroffenen Kompartimenten, insbesondere bei Darm- und Blasenbeteiligung. Eine laparoskopische Sichtdiagnose bleibt der Goldstandard, ermöglicht gleichzeitig histologische Bestätigung und therapeutisches Eingreifen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind funktionelle Dysmenorrhoe, chronische Beckenschmerzen ohne Endometriose, Myome, Adenomyose, interstitielle Zystitis sowie gastrointestinale Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom oder entzündliche Darmerkrankungen. Bildgebende Befunde von Ovarialzysten können mit funktionellen Ovarialzysten verwechselt werden; die Charakteristik der Läsion (z. B. „chocolate cyst“ auf TVS) hilft bei der Differenzierung.

Therapie

Die Behandlung orientiert sich an einer symptomorientierten, patient*innenzentrierten Strategie und umfasst medikamentöse sowie chirurgische Optionen. Die medikamentöse Standardtherapie beinhaltet hormonelle Suppression zur Reduktion des estrogenabhängigen Wachstums von Läsionen; bei unzureichender Symptomkontrolle oder Wunsch nach Fertilitätserhalt kann eine operative Therapie indiziert sein. Chirurgisch wird zwischen konservativer (Erhaltung der Fruchtbarkeit) und radikaler Exzision differenziert, wobei die laparoskopische Entfernung tief infiltrierender Läsionen mit dokumentierter Reduktion von Schmerzen und Verbesserung der Lebensqualität assoziiert ist. Bei Beteiligung des Kolons zeigen systematische Übersichtsarbeiten, dass kolorektale Resektionen im Rahmen einer endometriosen‑spezifischen Operation zu akzeptablen Morbiditätsraten führen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.