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Epiphora (H04.2) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-046842

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Epiphora bezeichnet das pathologische Tränenüberlaufen, das nicht durch physiologischen Bedarf, sondern durch Störungen im Tränenabflusssystem entsteht. Die Prävalenz steigt mit dem Lebensalter und ist bei älteren Menschen besonders hoch, wobei sekundäre Ursachen wie Lidfehlstellungen oder nasale Obstruktionen häufig sind. Klinisch relevant ist die Beeinträchtigung der Lebensqualität sowie das Risiko von Sekundärinfektionen.

Klinisches Erscheinungsbild

Betroffene klagen über anhaltendes Tränenfließen, das insbesondere bei Blickrichtung nach unten oder beim Lesen verstärkt auftritt. Oft begleitet von Rötung und Reizung des medialen Augenwinkels. Der Befund zeigt eine vermehrte Tränensekretion ohne Entzündungszeichen am Bindehautrand; in fortgeschrittenen Stadien kann ein sekundärer Konjunktivitis- oder Blepharitis-Hintergrund bestehen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Dauer und Auslöser der Epiphora, frühere Lidoperationen sowie systemische Erkrankungen wie Sjögren‑Syndrom. Die klinische Untersuchung umfasst die Spaltlampenbeurteilung des Tränenfilm‑ und Abflusssystems, den Fluoreszin- oder Schirmer-Test zur Quantifizierung der Tränensekretion sowie das Druckmessverfahren (Dacryocystographie) zur Darstellung von Obstruktionen im nasolacrimalen Kanal. Laboruntersuchungen sind nur bei Verdacht auf autoimmune Ursachen indiziert.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Tränengangsstörung durch Lidmalposition (Entropium, Ektropion)
  • Entzündliche Dacryoadenitis oder Dacryocystitis
  • Sekundäre Epiphora bei systemischen Erkrankungen wie Sjögren‑Syndrom
  • Allergische Konjunktivitis mit sekundärem Tränenüberfluss

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem zugrunde liegenden Pathomechanismus. Bei anatomischer Obstruktion des nasolacrimalen Kanals ist ein chirurgisches Vorgehen (z. B. Dacryocystorhinostomie) empfohlen. Funktionelle Störungen ohne klare Obstruktion werden zunächst konservativ behandelt, wobei die Anwendung von topischen Tränenersatzpräparaten und Lidrandpflege Standard sind. Bei entzündlichen Komponenten wird eine antiinflammatorische Therapie nach ärztlicher Indikation eingesetzt.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren ICD‑10-Codes vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.