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Erworbener Spreizfuß (M21.63): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-015785HOS-044867

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Der erworbene Spreizfuß ist eine deformierende Fußfehlstellung, bei der das mediale Längsgewölbe abgeflacht und die Metatarsalknochen nach lateral abweichen. Epidemiologisch tritt er vor allem im höheren Erwachsenenalter auf und wird häufig mit Übergewicht, degenerativen Veränderungen des Subtalar- und Talonavikulargelenks sowie muskulären Dysbalancen assoziiert. Klinisch kann die Fehlstellung zu Schmerzen im Mittelfuß, Instabilität beim Gehen und einer erhöhten Belastung der Plantarfaszie führen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome des erworbenen Spreizfußes umfassen mediale Fußschmerzen, insbesondere im Bereich des Talus‑Naviculargelenks, sowie eine sichtbare Abflachung des Längsgewölbes bei Belastung. Der klinische Befund zeigt häufig ein nach außen gerichtetes Metatarsus adductus, das mit einer lateralen Verschiebung der Mittelfußknochen einhergeht. Der Verlauf ist meist chronisch und kann sich durch fortschreitende Degeneration des Gelenkknorpels weiter verschlimmern.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf belastungsabhängige Schmerzen, frühere Verletzungen oder Operationen am Fuß sowie Risikofaktoren wie Adipositas. Die körperliche Untersuchung beinhaltet die Beurteilung der Gewölbehöhe im Stehen und Sitzen, den „Jack‑Test“ zur Bewertung des Längsgewölbes sowie die Messung des Staubens (Stadium nach Meary). Bildgebend werden Stand‑Röntgenaufnahmen in dorsoplantarer und lateraler Projektion eingesetzt, um den Winkel zwischen Talus und ersten Mittelfußknochen zu quantifizieren. Ergänzend können CT oder MRT zur Beurteilung von Gelenkdegeneration und Weichteilveränderungen herangezogen werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind das kongenitale Pes planus, die rheumatoide Arthritis mit Beteiligung des Sprunggelenks, peroneale Muskelparesen sowie traumatisch bedingte Frakturen der Mittelfußknochen. Das Vorhandensein einer ausgeprägten Gelenkdegeneration und das Fehlen von angeborenen Fehlbildungen unterstützen die Diagnose eines erworbenen Spreizfußes.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie beginnt mit konservativen Maßnahmen: orthopädische Einlagen zur Unterstützung des Längsgewölbes, physiotherapeutische Kräftigung der intrinsischen Fußmuskulatur und Gewichtsreduktion bei adipösen Patienten. Bei persistierenden Beschwerden trotz adäquater konservativer Behandlung kann ein operatives Vorgehen indiziert sein. Moderne chirurgische Optionen umfassen osteotische Korrekturen des Metatarsus adductus, wie die in den geprüften Quellen beschriebenen modifizierten DMMO‑Techniken und kombinierte Lapidus‑Arthrodese mit Basisrotation der Mittelmetatarsalknochen, um eine stabile Korrektur des medialen Gewölbes zu erreichen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.