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Erythrasma (ICD‑10 L08.1): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
  • Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-025775

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Erythrasma ist eine kutane Infektion, die durch das grampositive Bakterium Corynebacterium minutissimum verursacht wird. Sie tritt vorwiegend in warmen, feuchten Hautfalten auf und ist besonders bei Personen mit erhöhtem Körpergewicht oder Diabetes mellitus verbreitet. Die Erkrankung wird häufig unterschätzt, weil sie klinisch harmlos erscheint, jedoch kann sie zu sekundären Infektionen führen und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind schuppige, braunlich‑rot verfärbte Plaques, die vor allem im Intertriginumbereich (z. B. Achseln, Leisten, Halsfalte) zu finden sind. Die Läsionen zeigen häufig ein charakteristisches Koronafleck‑Muster unter Wood‑Licht (UVA‑Fluoreszenz). Der Verlauf ist meist chronisch‑rezidivierend; unbehandelt kann die Hautbarriere gestört werden und sekundäre bakterielle Superinfektionen entstehen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Risikofaktoren wie Adipositas, Diabetes mellitus sowie wiederholte Feuchtigkeitsexposition. Klinisch wird die Diagnose durch Inspektion der typischen Läsionen gestellt; die Bestätigung erfolgt häufig mittels Wood‑Licht, das ein rotes Fluoreszenzsignal erzeugt. Mikrobiologische Kultur oder PCR können zur Identifikation von Corynebacterium herangezogen werden, sind jedoch selten notwendig, wenn das klinische Bild eindeutig ist.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen intertriginöse Pilzinfektionen (z. B. Candidiasis), inverse Psoriasis und seborrhoisches Ekzem. Im Gegensatz zu Candida zeigen sich bei Erythrasma keine weißen Plaques oder Pseudohyphen, während die Wood‑Licht‑Fluoreszenz fehlt. Inverse Psoriasis präsentiert sich meist erythematischer ohne das typische Koronafleck‑Muster, und seborrhoisches Ekzem ist häufig von fettigen Schuppen begleitet.

Therapie

Leitliniengerechte Therapie besteht aus einer topischen antimikrobiellen Behandlung, die auf die Reduktion des bakteriellen Erregers abzielt. Ergänzend wird empfohlen, die betroffenen Hautbereiche trocken zu halten und präventive Hygienemaßnahmen (z. B. regelmäßiges Waschen, luftdurchlässige Kleidung) umzusetzen. Bei ausgedehnten oder rezidivierenden Fällen kann eine systemische Therapie in Erwägung gezogen werden.

Besondere Populationen

Bei Schwangeren, Kindern, älteren Menschen sowie Patienten mit Nieren‑ oder Leberinsuffizienz sind keine spezifischen Anpassungen der Standardtherapie notwendig, solange die topische Anwendung gewährleistet ist und keine Kontraindikationen vorliegen. Bei Diabetespatienten sollte zusätzlich auf eine optimale Stoffwechselkontrolle geachtet werden, da Hyperglykämie das Risiko für Erythrasma erhöht.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Seltene Konstellationen wie kombinierte Infektionen mit gram‑negativen Erregern im Zehenzwischenraum wurden in neueren Fallberichten beschrieben; die Evidenz hierfür ist jedoch begrenzt. Aktuelle Forschung betont die Bedeutung von Adipositas als unabhängigen Risikofaktor und weist auf eine mögliche Untererkennung der Erkrankung hin, was weitere prospektive Studien erforderlich macht.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.