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Fallfuß (Plattfuß) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard (ICD‑10 M21.3)
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Übersicht
Der Fallfuß (Pes equinus) ist eine pathologische Plantarflexion des Fußes, die häufig im Kontext einer peripheren Nervenparese, insbesondere der Musculus peroneus longus, auftritt. Epidemiologisch wird er vor allem bei Patienten mit zentral‑ oder peripherer Neuropathie beschrieben; genaue Prävalenzzahlen fehlen in den geprüften Quellen. Klinisch ist der Fallfuß relevant, weil er die Gehstabilität stark beeinträchtigt und das Risiko für Stürze sowie sekundäre Fehlbelastungen im gesamten Bewegungsapparat erhöht.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome des Fallfußes sind eine ausgeprägte Plantarflexion in Ruhe, Unfähigkeit, den Fuß beim Gehen zu dorsalflexieren, und ein „Schlupfen“ des Vorfußes über das Hindernis. Der Gang erscheint steif, mit verkürztem Standphase‑Intervall und häufigem Anheben der Zehenspitzen („Tiptoe‑Gang“). Bei fortgeschrittener Musculus peroneus‑Paresis kann zusätzlich eine Eversionseinschränkung auftreten, was zu einer supinierenden Fußstellung führt. Der Verlauf ist meist chronisch, wobei akute Verschlechterungen bei zusätzlicher Muskelatrophie oder Progression der Grunderkrankung beobachtet werden.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Auftreten von Schwäche im lateralen Unterschenkel, mögliche traumatische Ereignisse sowie zugrundeliegende neurologische Erkrankungen. Die klinische Untersuchung beinhaltet die Bewertung der aktiven Plantar‑ und Dorsalflexion, den Muskeltonus des Musculus peroneus longus und brevis sowie die Testung der Fußstellung im Stehen und Gehen. Elektromyographisches Biofeedback-Training wird in ausgewählten Fällen eingesetzt, um die Aktivität des betroffenen Muskels zu quantifizieren und gezielte Therapieansätze zu unterstützen. Bildgebende Verfahren (z. B. Ultraschall oder MRT) werden nur zur Ausschlussdiagnostik von strukturellen Läsionen herangezogen, wenn die klinische Befundlage unklar ist.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Klumpfuß (Talipes equinovarus) – häufig angeboren, mit komplexer Fußdeformität und kontrakturenbedingter Plantarflexion.
- Spastischer Fuß bei zerebraler Bewegungsstörung – gekennzeichnet durch erhöhte Muskelspannung und hyperreflexive Muster.
- Peroneus‑Tendonruptur – führt zu Eversionsdefizit, jedoch nicht primär zu Plantarflexionszwang.
- Gelenkdegeneration (z. B. Arthrose des Sprunggelenks) – kann sekundär zu einer veränderten Fußstellung führen, jedoch fehlt die typische peroneale Schwäche.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Muskelparese und den funktionellen Einschränkungen. Konservative Maßnahmen umfassen physiotherapeutische Übungen zur Stärkung der dorsalen Muskulatur, gezieltes Biofeedback‑Training sowie orthopädische Hilfsmittel (z. B. AFO – Ankle‑Foot‑Orthese) zur Unterstützung der Dorsalflexion im Gang. Bei unzureichendem Ansprechen kann ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden, insbesondere eine Tendonspannung oder -transfer des Musculus peroneus longus, um die dorsale Kraft zu erhöhen. Die Entscheidung für operative Interventionen erfolgt nach individueller Nutzen‑Risiko‑Abwägung und unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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