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Fieber unbekannter Ursache (FUO) – Diagnostik‑Algorithmus und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 1

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Fieber unbekannter Ursache (FUO) bezeichnet ein anhaltendes, nicht erklärtes Fieber von mindestens drei Wochen Dauer trotz einer initialen Evaluation, die keine eindeutige Ätiologie liefert. Die Prävalenz ist gering und liegt im klinischen Alltag vorwiegend bei internistischen Fachärzten. Trotz seiner Seltenheit hat FUO erhebliche diagnostische und therapeutische Implikationen, da sowohl infektiöse, entzündliche als auch neoplastische Ursachen in Betracht kommen und eine verzögerte Diagnosestellung mit erhöhtem Morbiditätsrisiko verbunden ist.

Klinisches Erscheinungsbild

Typischerweise präsentieren sich Betroffene mit einem täglichen Temperaturanstieg von ≥ 38,3 °C, häufig begleitet von unspezifischen Begleitsymptomen wie Schwitzen, Gewichtsverlust, Müdigkeit und allgemeinen Malaise. Der Verlauf kann episodisch oder kontinuierlich sein; in vielen Fällen fehlt ein klarer Zusammenhang zu Tageszeit oder körperlicher Belastung. Klinische Befunde sind meist unauffällig, wobei gelegentlich Lymphadenopathien, Hepatosplenomegalie oder Hautmanifestationen auftreten können.

Diagnostik

Die diagnostische Vorgehensweise beginnt mit einer strukturierten Anamnese, die Reisegeschichte, Tierkontakt, Medikamenteneinnahme und immunologische Vorbelastungen einschließt. Die körperliche Untersuchung sollte systematisch alle Organsysteme abdecken, wobei besonderes Augenmerk auf Zeichen einer Infektion, Autoimmunität oder Malignität gelegt wird. Laboruntersuchungen umfassen ein Basispanel (Blutbild, CRP/ESR, Leber- und Nierenparameter, Elektrolyte) sowie gezielte serologische Tests nach Verdacht. Bildgebende Verfahren starten mit einer Thorax‑Röntgenaufnahme; bei weiterem Klärungsbedarf folgen Ultraschall des Abdomens, CT oder MRT je nach klinischem Kontext. Mikrobiologische Kulturen (Blut, Urin, Sputum) und ggf. molekulare Nachweise (PCR) werden wiederholt angelegt. Der diagnostische Algorithmus sieht vor, dass erst nach Ausschöpfung dieser initialen Schritte weiterführende Verfahren wie Biopsien oder spezialisierte Immunhistochemie eingesetzt werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige zu exkludierende Diagnosen umfassen:

  • Infektiöse Ursachen (z. B. Tuberkulose, Endokarditis, HIV‑Infektion) – häufig durch persistierende Bakteriämie oder serologische Marker erkennbar.
  • Autoimmun-/Entzündungserkrankungen (z. B. systemischer Lupus erythematodes, Vaskulitis) – charakterisiert durch spezifische Antikörperprofile und Organbeteiligung.
  • Maligne Erkrankungen (z. B. Lymphome, solide Tumoren) – zeigen häufig Hinweisbefunde in Bildgebung oder hämatologischen Markern.

Die Unterscheidungsmerkmale ergeben sich primär aus dem Muster der Laborparameter, spezifischen klinischen Zeichen und den Ergebnissen bildgebender Verfahren.

Therapie

Nach Identifikation einer zugrunde liegenden Ursache erfolgt eine leitliniengerechte Therapie, die pathogenetisch orientiert ist. Bei infektiösen FUO wird eine gezielte antimikrobielle Behandlung eingeleitet, wobei die Wahl des Wirkstoffes an das identifizierte Erregerprofil angepasst wird. Autoimmunbedingte FUO erfordern immunmodulierende Maßnahmen, meist in Form von Kortikosteroiden oder anderen immunsuppressiven Agents, je nach Schweregrad und Organbeteiligung. Bei malignen Ursachen ist die onkologische Therapie gemäß aktuellem Standard zu initiieren. In Fällen, bei denen trotz umfassender Diagnostik keine Ursache gefunden wird, kann eine symptomatische Behandlung mit Antipyretika und supportive Maßnahmen erwogen werden; eine engmaschige Verlaufskontrolle bleibt jedoch essentiell.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor. Hier würden die benachbarten ICD‑10‑Codes im selben Kapitelblock aufgeführt.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.