Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Verletzung von Muskeln und Sehnen der unteren Extremität – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie-Standard (T93.5)

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Verletzungen von Muskeln und Sehnen der unteren Extremität umfassen akute Muskelrisse, Muskelzerrungen sowie Tendinopathien und Rupturen von Achillessehne, Patellasehne oder anderen distalen Sehnen. Sie gehören zu den häufigsten Sport- und Freizeitverletzungen und stellen einen relevanten Anteil an arbeitsbedingten Fehlzeiten dar. Die Inzidenz ist besonders hoch bei Athleten in Schnellkraft‑ und Ausdauersportarten; jedoch betreffen diese Verletzungen auch die Allgemeinbevölkerung, insbesondere im höheren Lebensalter.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind ein plötzliches Auftreten von Schmerzen während Belastung, häufig begleitet von einem hörbaren „Knall“ oder einem abrupten Kraftverlust. Sichtbare Schwellungen, Hämatome und Funktionsverlust (z. B. eingeschränkte Plantarflexion bei Achillessehnenruptur) können auftreten. Der Verlauf ist meist akut mit rascher Schmerzintensivierung, gefolgt von einer Phase der Entzündung und anschließendem Wiederaufbautraining. Bei chronischen Tendinopathien dominiert ein belastungsabhängiger, dumpfer Schmerz sowie eine verhärtete Sehne bei Palpation.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf den Zeitpunkt des Auftretens, das Belastungsmuster und frühere Verletzungen. Klinische Untersuchung beinhaltet Inspektion, Palpation, Funktionsprüfung (z. B. Thompson‑Test bei Achillessehnenruptur) und spezielle Tests wie den Ober‑ oder Unter‑Kreuztest für Muskelrisse. Bildgebende Verfahren dienen der Bestätigung: Sonographie ermöglicht die Darstellung von Rissen, Hämatomen und Sehnendickungen; Magnetresonanztomografie (MRT) liefert detaillierte Informationen zu Muskelfasertrennung, intra‑muskelären Blutungen und Begleitverletzungen. Laboruntersuchungen sind in der Regel nicht diagnostisch relevant, können jedoch bei Verdacht auf systemische Erkrankungen (z. B. entzündliche Myopathien) indiziert sein.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Akute Frakturen des proximalen oder distalen Unterschenkels, die klinisch durch Fehlstellung und klare Schmerzlokalisation unterschieden werden können.
  • Kompartmentsyndrom, das sich durch zunehmende Schmerzen bei passiver Dehnung und Spannungszeichen auszeichnet.
  • Sehnenentzündungen (Tendinitis) versus degenerative Tendinopathien; letztere zeigen häufig keine akuten Entzündungszeichen.
  • Bursitis im Bereich der Kniekehle oder des Sprunggelenks, die durch lokale Schwellung und Schmerz bei Druck differenziert wird.

Therapie

Die initiale Behandlung orientiert sich an einer leitliniengerechten, schrittweisen Vorgehensweise. In den ersten 24–48 Stunden wird primär eine konservative Phase mit Ruhigstellung, Kühlung und Kompression empfohlen, um Schwellungen zu reduzieren. Analgetische und entzündungshemmende Maßnahmen werden nach klinischer Indikation eingesetzt. Bei vollständigen Sehnenrupturen ist ein chirurgisches Repositionieren in der Regel indiziert, während Teilrisse häufig konservativ behandelt werden können. Das Rehabilitationsprogramm umfasst frühzeitige passive Mobilisation, gefolgt von progressiver Kraft- und Propriozeptionstraining, abgestimmt auf das jeweilige Verletzungsstadium. Der Rückkehr‑to‑Play (RTP) wird erst nach Erreichen definierter funktioneller Kriterien zugestanden; aktuelle Studien zeigen, dass ein strukturiertes RTP‑Protokoll das Risiko von Folgeverletzungen reduziert.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.