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Fregoli‑Syndrom (ICD‑10 F22): Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Das Fregoli‑Syndrom gehört zu den delusionalen Missidentifikationssyndromen (DMS) und ist durch die feste, nicht korrigierbare Überzeugung gekennzeichnet, dass fremde Personen in Wirklichkeit wiederkehrende Bekannte oder Verwandte seien, die ihr Aussehen verändern. Epidemiologische Daten sind spärlich; das Syndrom tritt überwiegend bei Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen wie Demenz, Schlaganfall oder traumatischen Hirnverletzungen sowie bei psychiatrischen Störungen wie Schizophrenie auf. Aufgrund seiner Seltenheit und der häufigen Komorbidität ist die klinische Relevanz vor allem in der Differentialdiagnose von psychotischen Fehlinterpretationen zu sehen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind hartnäckige Missidentifikationsdelusionen, bei denen Betroffene mehrere unbekannte Personen als dieselbe vertraute Person wahrnehmen und deren äußere Merkmale (Kleidung, Gesichtszüge) als veränderlich interpretieren. Die Delusion ist meist von einer ausgeprägten emotionalen Komponente begleitet; Patienten können Angst, Misstrauen oder sogar Aggression gegenüber den vermeintlichen „Verkleidern“ zeigen. Der Verlauf ist häufig chronisch, kann aber bei akuten neurologischen Ereignissen abrupt auftreten und sich im Kontext der Grunderkrankung verändern.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich primär auf die Anamnese, in der die charakteristische Missidentifikationsdelusion erfragt wird. Klinische Untersuchung beinhaltet eine gründliche psychiatrische Befundaufnahme zur Abgrenzung von anderen psychotischen Störungen. Bildgebende Verfahren (z. B. MRT) werden eingesetzt, um strukturelle Hirnveränderungen zu identifizieren, die häufig mit dem Syndrom assoziiert sind. Es existieren keine spezifischen Laborparameter; diagnostische Kriterien basieren auf der konsistenten Beschreibung von Missidentifikationsdelusionen in Kombination mit einer zugrunde liegenden neurologischen oder psychiatrischen Erkrankung.

Differenzialdiagnosen

Wesentliche Abgrenzungen erfolgen zu anderen DMS wie dem Capgras‑Syndrom (Überzeugung, dass vertraute Personen durch Doppelgänger ersetzt wurden) und der interpersonellen Misidentifikationsdelusion. Schizophrenie mit generellen Wahninhalten, schwere Demenzen mit visuellen Halluzinationen sowie neurologische Erkrankungen mit akuten Verwirrungszuständen (z. B. Delir) müssen differenziert werden. Der entscheidende Unterschied zum Capgras‑Syndrom liegt in der Richtung der Fehlidentifikation: beim Fregoli‑Syndrom wird das Fremde als vertraut interpretiert, beim Capgras‑Syndrom umgekehrt.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach den zugrunde liegenden Erkrankungen und erfolgt leitliniengerecht. Bei neurokognitiven Störungen stehen antipsychotische Standardtherapien im Vordergrund, wobei die Dosierung individuell an das klinische Bild angepasst wird. Zusätzlich können kognitive Verhaltenstherapieansätze eingesetzt werden, um die Fehlinterpretationen zu adressieren. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Neurologie und Psychiatrie ist empfehlenswert, um sowohl organische als auch psychotische Komponenten zu behandeln.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.