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Fungal Keratitis (H19.2): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-059321

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Fungal keratitis, auch Pilzkeratitis genannt, ist eine seltene, aber potenziell schwerwiegende Entzündung der Hornhaut, die durch filamentöse Pilze wie Fusarium, Aspergillus oder Candida verursacht wird. Die globale Inzidenz liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich der gesamten Keratitien, wobei tropische und subtropische Regionen überrepräsentiert sind. Klinisch ist die Erkrankung relevant, weil sie zu schnellen Hornhautulzerationen, Sehverlust und in schweren Fällen zur Notwendigkeit einer Penetrationskeratoplastik führen kann.

Klinisches Erscheinungsbild

Patient*innen mit fungal keratitis präsentieren typischerweise mit Schmerzen, verminderter Sehschärfe und einem roten Auge. Der Befund umfasst häufig ein raues, graues bis braunes Hornhautdefekt mit umgebender stromaler Infiltration, die sich im Verlauf zu einer dichten, feuchten Läsion mit peripheren Satellitenherden entwickeln kann. Das Auftreten von Hyphe‑ oder Filamentstrukturen im Stroma ist charakteristisch und unterscheidet die Pilzinfektion von bakteriellen Keratitien. Der Krankheitsverlauf ist häufig subakut; das Fortschreiten kann trotz initialer Therapie mehrere Tage bis Wochen dauern, wobei eine Narbenbildung häufig ist.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf eine gründliche Anamnese (Kontaktlinsentragen, Verletzungen mit vegetativem Material, Aufenthalt in tropischen Gebieten) und klinische Untersuchung mittels Spaltlampenbiomikroskopie. Der Nachweis von Pilzfilamenten im Hornhautflüssigkeitsspendenmaterial oder durch direkte Kalibrierung des Stroma ist diagnostisch entscheidend. Zusätzlich können Kulturen auf Sabouraud‑Agar sowie molekulare Verfahren (PCR) zur Speziesidentifikation eingesetzt werden, wobei die Sensitivität von Kulturmethoden begrenzt sein kann. Bildgebende Verfahren wie Anteriorsegment-OCT unterstützen die Beurteilung der Läsionstiefe und des Heilungsverlaufs.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen bakterielle Keratitis (insbesondere Pseudomonas‑ oder Staphylococcus‑Infektionen), akute Hornhautulzerationen durch Acanthamoeba, virale Keratitis (Herpes simplex) sowie nichtinfektiöse Entzündungen wie neurotrophe Ulzera. Bakterielle Infektionen zeigen häufig einen schnelleren Verlauf mit eitrigem Exsudat, während Acanthamoeba‑Keratitis charakteristische perineurale Infiltrate aufweist. Der Nachweis von Pilzfäden im Stroma sowie das Vorhandensein von Satellitenherden helfen, fungal keratitis eindeutig zu identifizieren.

Therapie

Die leitliniengerechte Behandlung einer fungal keratitis besteht aus einer initialen topischen Antimykotika‑Therapie, die über mehrere Stunden bis Tage mehrmals täglich appliziert wird. In schweren Fällen kann eine kombinierte systemische Therapie erwogen werden, insbesondere bei tiefen oder großflächigen Läsionen. Bei unzureichendem Ansprechen ist ein frühzeitiger chirurgischer Eingriff (z. B. Therapeutische Keratoplastik) indiziert, um die Hornhautstruktur zu erhalten und das Sehvermögen zu sichern. Adjunktive Maßnahmen umfassen die Vermeidung von Kontaktlinsen, strenge Augenhygiene und ggf. Schmerzmanagement.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.