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Gallensteinileus (K56.3): Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 5
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In diesem Artikel
Übersicht
Der Gallensteinileus (Gallstone Ileus) ist ein mechanischer Dünndarmverschluss, der durch das transenterale Eindringen eines Gallensteins aus dem Gallengangssystem in den Darm entsteht. Er tritt vorwiegend bei älteren Patienten auf und hat trotz moderner Therapie weiterhin eine hohe Morbidität und Mortalität. Die Erkrankung bleibt selten, wird jedoch als relevante Notfallursache des mechanischen Ileus betrachtet.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch sind akute abdominelle Schmerzen, distale Obstipation und Erbrechen, häufig begleitet von einem klinischen Bild eines mechanischen Dünndarmverschlusses. Der Verlauf kann schubweise sein, wobei ein initialer obstruktiver Zustand durch den Stein im Terminalileum entsteht. Bei manchen Patienten lässt sich ein „Rigler‑Triad“ (mechanischer Ileus, pneumobilia und ectoperitoneale Luft) im bildgebenden Verfahren nachweisen.
Diagnostik
Die Anamnese weist häufig auf eine Vorgeschichte von Cholelithiasis oder früheren biliären Interventionen hin. Klinisch dominiert ein akuter mechanischer Ileus mit distaler Darmobstruktion. Laborparameter sind unspezifisch, können jedoch Entzündungszeichen (Leukozytose, CRP) zeigen. Bildgebend ist die Computertomographie das Verfahren der Wahl; sie ermöglicht den Nachweis des Steins im Dünndarm, pneumobilia und sekundärer Dilatation proximal zum Obstruktionspunkt. Die Kombination dieser Befunde gilt als diagnostisches Kriterium für einen Gallensteinileus.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere Ursachen eines mechanischen Ileus wie Tumoren, Verwachsungen oder Hernien. Zusätzlich muss ein paralytischer Ileus sowie eine akute Appendizitis bei rechtsseitigem Befund differenziert werden. Die bildgebende Darstellung von pneumobilia ist spezifisch für einen Gallensteinileus und hilft, diese Differenzialdiagnosen zu separieren.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie besteht primär in einer operativen Behandlung. Der Standard ist die Enterolithotomie zur Entfernung des obstructiven Steins, häufig kombiniert mit einer späteren definitive biliären Intervention (z. B. Cholezystektomie), um Rezidive zu vermeiden. In ausgewählten Fällen kann ein simultanes Vorgehen mit Steinextraktion und definitiver Gallenwegskorrektur erwogen werden, wobei die operative Belastung des Patienten berücksichtigt wird.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Die Literatur berichtet über rezidivierende Gallensteinilei mit Diskussion über alleinige Enterolithotomie versus gleichzeitige definitive biliäre Therapie. Aktuelle Fallserien deuten darauf hin, dass ein kombiniertes Vorgehen das Rezidivrisiko senken könnte, jedoch bleibt die Gesamtmortalität hoch und weitere prospektive Studien sind erforderlich.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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