Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 3
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-009219

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Gastro‑ösophagealer Reflux (GERD) bezeichnet die chronische Rückführung von Mageninhalt in das Ösophagus, was zu typischen Symptomen und/oder Komplikationen führt. In westlichen Industrienationen beträgt die Lebenszeitprävalenz etwa 10–20 %, wobei ein signifikanter Anteil der Betroffenen erst im mittleren Erwachsenenalter diagnostiziert wird. GERD ist nicht nur eine häufige Ursache von epigastrischem Brennen, sondern trägt durch erosive Ösophagitis, Barrett‑Ösophagus und respiratorische Komplikationen wesentlich zur Morbidität und zu gesundheitlichen Kosten bei.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind das sog. Brennen (Heartburn) und die säureinduzierte Brustschmerzen (Regurgitation), die meist nach dem Essen oder im Liegen auftreten. Weitere häufige Begleiterscheinungen umfassen chronischen Husten, Heiserkeit, Asthma‑ähnliche Symptome sowie das Aufstoßen von Nahrung. Der Verlauf ist oft episodisch, kann jedoch zu einer konstanten Symptomatik übergehen und in schweren Fällen zu Komplikationen wie Ösophagitis oder Barrett‑Ösophagus führen.

Diagnostik

Die Diagnose beruht primär auf einer strukturierten Anamnese, die typische Refluxsymptome, deren Häufigkeit und Zusammenhang mit Mahlzeiten erfasst. Die körperliche Untersuchung ist meist unauffällig, kann jedoch bei Komplikationen Hinweise wie Schleimhautveränderungen im Ösophagus liefern. Endoskopie wird eingesetzt, um erosive Läsionen oder Barrett‑Ösophagus zu identifizieren; pH‑Monitoring und Manometrie dienen zur objektiven Bestätigung von pathologischem Reflux und zur Differenzierung von funktionellen Störungen. Die Diagnosekriterien umfassen das Vorhandensein typischer Symptome plus mindestens einen objektiven Befund.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind kardiale Ursachen von Brustschmerzen (z. B. Angina pectoris), eosinophile Ösophagitis, funktionelle Dyspepsie, gastroparese sowie Motilitätsstörungen des Ösophagus. Bei atypischen Thoraxsymptomen muss insbesondere ein koronarer Ursprung ausgeschlossen werden. Endoskopische Befunde helfen, entzündliche oder neoplastische Läsionen zu unterscheiden.

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht zunächst aus einer Lebensstil‑ und Ernährungsmodifikation, gefolgt von einer medikamentösen Säureunterdrückung. Protonenpumpeninhibitoren (PPI) bilden das Kernprinzip der pharmakologischen Behandlung; bei PPI‑resistentem Reflux zeigen neuere Daten eine mögliche Wirksamkeit von alternativen säurehemmenden Mitteln, die in einer systematischen Übersicht als effektiv beschrieben wurden. Bei unzureichender Symptomkontrolle können ergänzende Maßnahmen wie fundus‑augmentierende Operationen oder endoskopische Therapieoptionen erwogen werden.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Aktuelle Metaanalysen belegen einen Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen (Angst, Depression) und der Auftretshäufigkeit von GERD‑Symptomen. Ebenso wird die Wirksamkeit verschiedener diätetischer Interventionen – insbesondere fett- und kohlenhydratreduzierter Ernährung – in systematischen Übersichtsarbeiten unterstützt. Darüber hinaus zeigen neuere Studien zur Pharmakologie über die klassische Säureunterdrückung hinaus, dass nicht‑säurebezogene Mechanismen (z. B. Motilitätsverbesserungen) therapeutisch relevant sein können.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.