Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Glykole‑Vergiftung (T52.3): Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-014702

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Glykole sind niedrigmolekulare, zweiwertige Alkohole, die in Industrie und Medizin als Lösungsmittel, Feuchthaltemittel oder Konservierungsmittel Verwendung finden. Ihre klinische Relevanz ergibt sich vor allem aus der Möglichkeit einer akuten Vergiftung nach oraler, inhalativer oder dermaler Exposition. Epidemiologische Daten zur Häufigkeit von Glykol‑Expositionen in Deutschland liegen nicht vor; die meisten veröffentlichten Fälle stammen aus Einzelfallberichten und Tierexperimenten.

Klinisches Erscheinungsbild

Eine akute Glykolvergiftung äußert sich zunächst unspezifisch mit Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Im weiteren Verlauf können zentrale neurologische Symptome (Verwirrtheit, Koma) sowie metabolische Azidose auftreten. Bei bestimmten Glykolen, insbesondere Ethylenglykol, kann eine kristalline Nephropathie entstehen, die zu akutem Nierenversagen führt. Der Krankheitsverlauf ist stark dosisabhängig und kann von einer self‑limitierten Gastroenteritis bis hin zum lebensbedrohlichen Multiorganversagen reichen.

Diagnostik

Die Anamnese sollte gezielt nach möglicher Exposition gegenüber Glykolen (z. B. Inhalation von Desinfektionsmitteln, Verschlucken von Frostschutzmittel) fragen. Klinisch finden sich Zeichen einer metabolischen Azidose und ggf. neurologische Defizite. Laborchemisch ist die Bestimmung des Anionenlückens sowie der Osmolalität wichtig; ein erhöhter osmotischer Gap weist auf das Vorhandensein von niedermolekularen Toxinen hin. Spezifische Nachweise von Glykolen im Blut oder Urin erfordern chromatographische Verfahren, die in den geprüften Quellen nicht detailliert beschrieben werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere Ursachen einer metabolischen Azidose mit erhöhtem osmotischem Gap, wie Methanol‑ oder Isopropanolvergiftung, Ketoazidose und Laktatazidose. Neurologische Symptome können ebenfalls bei Intoxikationen mit anderen organischen Lösungsmitteln oder bei zerebralen Insulten auftreten. Die Unterscheidung erfolgt primär über Anamnese, Laborparameter (z. B. spezifische Metaboliten) und ggf. bildgebende Verfahren.

Therapie

Die Behandlung einer Glykolvergiftung richtet sich nach leitliniengerechten Prinzipien der toxikologischen Notfallmedizin: Sicherstellung der Atemwege, Gabe von Sauerstoff und Volumenersatz zur Stabilisierung des Kreislaufs. Die metabolische Azidose wird durch alkalische Infusionen korrigiert. Eine spezifische Antidot‑Therapie (z. B. Alkoholdehydrogenase‑Inhibitor) wird in den geprüften Quellen nicht erwähnt; daher bleibt die Therapie allgemein auf supportive Maßnahmen und ggf. Hämodialyse bei schwerer Nierenbeteiligung beschränkt.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.